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Hückelhoven
Ein musikalisches "Wir-Gefühl"

Hückelhoven: Ein musikalisches "Wir-Gefühl"
Sopranistin Claudia Couwenbergh bereicherte das Benefiz-Konzert in der Hückelhovener Aula. FOTO: JÜRGEN LAASER
Hückelhoven. Zum Weihnachtkonzert hatte der Lions Club Selfkant in die Hückelhovener Aula eingeladen. Erlös für bedürftige Kinder. Von Kaan Cevahir

"Musik kennt keine Grenzen": Unter diesem Motto veranstaltete der Lions Club Selfkant in der Aula ein Weihnachtskonzert zu Gunsten von Kindern in Not. Ein Adventsnachmittag mit Kaffee und Kuchen, von den Frauen der Clubmitglieder liebevoll gebacken, eröffnete die Veranstaltung. Dazu stimmte der Musikverein Straeten mit einem Repertoire aus bekannten, für Bläserensemble arrangierten Weihnachtsliedern, wohltuend auf das Konzert ein. Hilfe zu leisten, ist der Grundgedanke der Lions, und das wollten sie auch mit dem Weihnachtskonzert leisten.

Die beiden Meisterchöre Königlicher Männergesangsverein St. Lambertus 1873 aus Kerkrade mit Baritonsolist Paul Jedamzik und der Mannenchor St. RMK 1921 Brunsum sangen unter der Leitung des niederländischen Dirigenten Wim Schepers zum Auftakt des Konzertes. Vom Pianisten Gerald Wijnen begleitet, bewiesen sie in einem Auszug aus Haydns Oratorium "The Creation" eine chorische Qualität, geprägt von heroischer Kraft und musikalischer Intimität.

In "The Rhythm of Life" von Cy Coleman belustigte die verspielte Klavierbegleitung, ausdrucksstark, aber gelassen vom Pianisten Wijnen interpretiert. Auf diese weiteten sich die mehr als hundert Stimmen aus dem Chor aus: Mitreißend floss die Musik durch die Interpretation und strömte in einen Kosmos aus Klang und Festlichkeit. Die vielseitige und gefragte Sopranistin Claudia Couwenberghstieß dazu und überzeugte mit einer warmen und transparenten Stimme, die besonders in ihrer Interpretation der englischen Hymne "King of Glorious" kraftvoll und reich an Artikulationen hervortrat. In Robert Schumanns "Die Mondnacht" aus seinem Liederkreis op. 39 wusste die heute freischaffende Sängerin spätromantische Lyrik und musikalische Poetik brillant miteinander zu verschmelzen. Der zweite Solist, Tenor Gergely Németi, füllte den Saal mit seiner markanten Stimme, die Kraft und Vitalität in sich trug. Das Lied "Nje poi krasavitsa" vom russischen Komponisten Sergej Rachmaninow verbirgt eine Fülle an harmonischem Erfindungsreichtum, der von Németi aufmerksam entdeckt, ausgearbeitet und in unterschiedlicher Ausprägung beleuchtet wurde. Mal zog sich seine Stimme zurück und legte sich in der Klavierbegleitung nieder, mal wachte sie energisch in überladener Euphorie oder Dramatik auf. Mit seiner Präsenz löste Németi Emotionen aus, regte aber auch zum Nachdenken an.

"Musik ist ein hörbares Wir-Gefühl", betonte ein Mitglied der Lions und wies damit auf den Wert der Gemeinschaft hin. Kindern in Not, die gerade wegen dieser oftmals sozial benachteiligt sind, fehlt das Gefühl der Zusammengehörigkeit und damit der Geborgenheit. Mit den Eintrittsgeldern und Spenden sollen bedürftige Kinder im Kreis Heinsberg unterstützt werden, zugleich macht die Initiative der Lions auf ein schwerwiegendes gesellschaftliches Problem aufmerksam, dem man sich angesichts seines Ausmaßes stärker, vor allem aber gemeinsam zuwenden muss.

Die Stimmen der mitwirkenden Musikerinnen und Musikersowie die fünf Hornisten der Fanfare St. Barbara Brunssum bewiesen, welche Kraft sie im Einzelnen annehmen können. Der ausverkaufte Saal wiederum bewies, dass viele Menschen eine solche Initiative gerne unterstützen. Es war ein Abbild der Hoffnung, die an diesem Abend von der Musik getragen wurde.

Quelle: RP
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