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Hückelhoven
Ein Rucksack, der Sprache fördert

Hückelhoven: Ein Rucksack, der Sprache fördert
Die Kinder des Hückelhovener Familienzentrums Traumland begrüßten die Gäste mit einem Lied, das sie in deutscher und türkischer Sprache sangen. FOTO: JÜRGEN LAASER
Hückelhoven. Im Familienzentrum Traumland gab's eine Feierstunde: Gefeiert wurde der Abschluss des Rucksackprojektes, bei dem 25 türkische Mütter und ihre Kinder ihre sprachlichen Kompetenzen verbesserten. Von Anke Backhaus

Die Mütter brachten eine große kulinarische Vielfalt auf den Tisch. Vor allem Spezialitäten aus der Heimat. Zuvor waren ihre Kinder an der Reihe und im Mittelpunkt des Geschehens. Mit einem bunten Programm hatten sie die Gestaltung des Nachmittages übernommen. In der Kindertagesstätte und im Familienzentrum Traumland an der Sophiastraße wurde gefeiert. Grund war der erfolgreiche Abschluss des Rucksackprojektes.

In diesem symbolischen Rucksack steckt eine ganze Menge. Eltern bzw. Mütter aus Familien mit Migrationshintergrund erhalten mit diesem Projekt Sprachförderung. Und mehr noch: Mit dem Projekt soll vermieden werden, dass die Kinder isoliert in der türkischen Kultur und Sprache aufwachsen. Abgebaut werden sollen auch die Unsicherheiten gegenüber Institutionen des Bildungswesens. Auch die allgemeine kindliche Entwicklung wird in den Blick gerückt.

Und das funktioniert so: Angesprochen sind Eltern bzw. Mütter von Kindern im Alter zwischen vier und sechs Jahren. Das Projekt wird in Kindertageseinrichtungen zunächst in türkischer Sprache angeboten. Die Mütter treffen sich einmal pro Woche in den Einrichtungen und erarbeiten Aktivitäten, die sie eine Woche später mit den Kindern in ihrer Muttersprache Türkisch durchführen. Parallel erarbeiten die Erzieherinnen mit den Kindern diese Aktivitäten vorbereitend in deutscher Sprache - man spricht dabei vom Prinzip der Parallelisierung. Dies bedeutet eine zeitnahe Durchführung des gleichen Themas in Familie und Kindertageseinrichtung. So bekommen die Kinder die Möglichkeit, Begriffe und Zusammenhänge in beiden Sprachen zu erkennen. Jedes Thema wird einen Monat lang behandelt. Die Themen sind zum Beispiel Kleidung, Familie, Körper, Tiere.

In Hückelhoven sind vor allem das Traumland, die Awo-Kindertagesstätte im Rhin und die Villa Regenbogen Hilfarth beteiligt. Dort arbeiten die Elternbegleiterinnen Hatice Tatoglu, Cemile Özdal und Pakize Korkmaz mit insgesamt 25 türkischen Müttern zusammen. Die Koordinatorinnen des Rucksackprojektes sind Nergis Bitim-Öztürk vom Jugendamt Hückelhoven und Michaela Feiter vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Heinsberg. Helmut Nobis, der Leiter des Kreis Heinsberger Amtes für Bildung und Kultur, lobte das Projekt: "Dabei ist das in Hückelhoven ja nichts Besonderes mehr, denn hier werden das Interkulturelle und die Integration vorbildlich gelebt." Ralf Schwarzenberg, der Leiter des Jugendamtes der Stadt Hückelhoven, sagte: "Ich bin sehr stolz, wie gut die Mütter und ihre Kinder beim Projekt mitgemacht haben."

Jede Mutter erhielt im Anschluss ein Zertifikat. Schwarzenberg stellte am Rand fest: "Es ist toll zu sehen, wie sehr sich die Frauen freuen, dass ihr Einsatz im Rahmen des Projektes gewürdigt wird."

Quelle: RP
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