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Hückelhoven
Ernste Muse mit Humor beflügelt

Hückelhoven: Ernste Muse mit Humor beflügelt
Kaffee-Konzert "Bel Canto bis Broadway": Sängerin Tamara Peters und Sänger/Pianist Florian Albers sorgten mit viel Humor für gute Unterhaltung bei Kaffee und Kuchen im Foyer der Aula. FOTO: JÜRGEN LAASER
Hückelhoven. Das Kaffee-Konzert von con brio beschließt traditionell das Hückelhovener Stadtmusikfest. Das Publikum im Aula-Foyer fühlte sich von Tamara Peters und Florian Albers unter dem Motto "Belcanto mal anders" bestens unterhalten. Von Willi Spichartz

Dem Nachwuchs eine Chance - das gilt durchaus öfter auch beim Hückelhovener Verein für Kammermusik "con brio". Und dass mit Tamara Peters und Florian Albers zwei junge Leute, die noch nicht 30 Jahre alt sind, als Nachwuchsmusiker am Sonntag im Foyer der Hückelhovener Aula debütierten und ihre Chance zu nutzen wussten, davon überzeugten sich auch Tamaras erste Ausbilder, Theo Krings und Guido Janssen von der Jugendmusikschule Heinsberg. Sängerin Tamara und Pianist Florian legten ein Programm dar, das von Operette über Musical zu eigenkomponiertem und getextetem Kabarett reichte; das gut 160-köpfige Publikum an den Tischen zeigte sich begeistert.

Ulla Sevenich-Mattar hatte als zweite Vorsitzende von con brio Zuhörer, Musiklehrer und die Interpreten unter dem Titel "Belcanto mal anders - Wenn der ernsten Muse Humor dazwischen kommt" begrüßt, durch das Konzert leiteten Sängerin und Pianist dann selbstständig, insofern gab's auch kein vorgedrucktes Programm. Die jungen Leute sind ob ihres Repertoires souverän in kurzfristigen Entscheidungen über ihr Angebot, auch über die gern geforderten zwei Zugaben.

Vor der Pause dominierten Stücke aus einer Reihe von Operetten, auch optisch merkbar am Abendkleid der aus dem Selfkant stammenden Tamara Peters mit ihrem frischen Sopran, bestens eingestimmt auf Florian Albers an den Tasten, der vor mehr als 24 Jahren in Haltern am See geboren wurde und auch über eine Gesangsausbildung verfügt.

Der zweite Durchgang wurde geprägt durch kabarettistische Stücke, die sich um Alltäglichkeiten drehten, vor allem um die Liebe und Beziehungen und deren Komplikationen, Themen, die sich ja auch durch Operette und Musicals ziehen. Die Schnarch-Szenen natürlich weniger. Die Umkleidepausen von Tamara Peters füllte Florian Albers wiederum mit Eigenkompositionen am Piano. Bei Sahne- und Streuselkuchen mit Kaffee, wie immer bei con brio im Eintrittspreis inbegriffen, überzeugte sich das Publikum im so gut wie ausverkauften Foyer der Aula, dass das Vertrauen des Vereins gerechtfertigt war, vor allem wenn man weiß, dass das Duo einen vollen Terminkalender hat. Regelmäßig ist es zu Gast an Musikhäusern und auf den Traumschiffen "MS Deutschland" und "MS Amadea", deren Reedereien sich ob des Konkurrenzdrucks keine Dilettanten leisten. Der herzliche Beifall mit Zugaben-Wunsch war also berechtigt, das Stadtmusikfest Hückelhoven 2016 damit beendet.

Entgegen der über 40 Jahre alten Tradition war es diesmal nicht begonnen worden mit dem Gemeinschaftskonzert "Hückelhoven musiziert", das jeweils am zweiten Freitag im Oktober in der Aula stattfindet. Uneinigkeit unter den veranstaltenden Musikvereinen der Stadt war dem Vernehmen nach der Grund für den Ausfall.

Quelle: RP
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