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Hückelhoven
Explosion und Schüsse im Rockermilieu

Mönchengladbach: Schüsse auf Rocker-Geschäft
Mönchengladbach: Schüsse auf Rocker-Geschäft FOTO: Theo Titz
Hückelhoven. Detonation am Clubhaus des Outlaws MC: Bei einem nächtlichen Anschlag wurden auch Nachbarhäuser beschädigt. An dem Haus der Rocker mitten in Baal an der B 57 war bereits am Montag Feuer gelegt worden. Verletzt wurde niemand. Von Gabi Laue und Gabi Peters

Eskaliert der Kampf rivalisierender Rockergruppen nun auch in Baal? Anwohner wurden kurz vor 2 Uhr am Donnerstag von einem gewaltigen Knall aus dem Schlaf gerissen. Am Clubhaus des Outlaws MC Heinsberg hatte es eine Detonation gegeben. Dimitroula Kakargia, Inhaberin des dk-Antik-Geschäftes unweit der Ampelkreuzung an der Lövenicher Straße, sah zuerst nach ihrer Familie, dann nach draußen. "Um 1.52 Uhr habe ich die Polizei gerufen", berichtete sie. "Über der Eingangstür des Clubhauses war eine helle Rauchwolke zu sehen, die sich Sekunden später auflöste. Auf der Straße lagen schwarze Gegenstände." Der Rocker-Treffpunkt ist nach Aussage von Nachbarn unbewohnt. So hielt sich zum Zeitpunkt der Explosion wohl niemand in dem Haus auf.

Eine andere Anwohnerin hatte nachts nach Sternschnuppen Ausschau gehalten und etwa eine Stunde vor dem Anschlag mehrere Personen an einem Hinweisschild an der Lövenicher Straße gesehen - der Club liegt schräg gegenüber. "Da waren zwei Schatten und ein Mann mit einem schwarzen Tuch vor dem Mund", erinnerte sich die Frau. Aus Angst trat sie rasch vom Fenster zurück. Gegen 2 Uhr hörte auch sie den heftigen Knall, dann ein schwächeres Geräusch. "Schrecklich, in so einem Dorf."

FOTO: Laaser, Jürgen (jl)

Am Clubhaus, das die Outlaws vor Jahren gekauft haben sollen, ist das über der Tür angebrachte Schild mit den Emblemen des MC Heinsberg auf den Gehweg gefallen. Rund um die Haustür weisen die roten Backsteine ungezählte kleine Einschlagspuren auf. Im ersten Stock rechts und links installierte Videokameras sind auf den Eingang gerichtet. Wurde der Anschlag aufgezeichnet?

Die Polizei rückte Minuten nach dem Notruf an, die Kreuzung mit der L 117 war bis 8.35 Uhr gesperrt. Es kam zu Staus, Lkw wurden vor Baal abgeleitet, Pkw auf eine Umfahrung in die Lövenicher Straße geführt. Spurensicherung und LKA nahmen Ermittlungen auf. Sie holten den verkohlten Briefkasten von der Wand, später auch die stark verformte Abdeckung des linken Fensters. Für Hilfeleistung beim Sägen wurde die Feuerwehr hinzugerufen. Beim Friseur schräg gegenüber ist ein großes Stück Glas aus dem Schaufenster gefallen. Das sei aber erst eine Stunde nach dem Knall passiert, erzählten die Inhaber. Sie vermuten, dass die Scheibe durch vor Monaten abgegebene Schüsse bruchanfällig war. Schüsse? Im Frühjahr, eine Nachbarin vermutet um den 1. Mai herum, sei auf mehrere Häuser geschossen worden. Anlieger brachten das aber nicht mit dem Motorradclub in Verbindung, sie glaubten an randalierende Jugendliche. Fest steht, dass dies nicht der erste Angriff auf die Outlaws war. Am Montag, sagen Baaler, trug die Fassade Rußspuren von drei Brandsätzen vor Tür und Fenstern.

FOTO: JL/JKN

Und es war nicht der einzige Anschlag im Rockermilieu gestern. Nur eine Stunde, nachdem der Sprengsatz in Baal detonierte, wurde ein Friseursalon im Erkelenzer Zentrum beschossen. Der Betreiber soll ein Mitglied der Outlaws Heinsberg sein. Das alles erinnert an die Vorfälle in Mönchengladbach. Ermittler schließen eine Verbindung nicht aus. In der Nacht zum 8. August war auf ein Geschäft in Rheydt, Hauptstraße, geschossen worden. Wie im Erkelenzer Fall klafften dort mehrere Einschusslöcher in der Schaufensterscheibe. Ein Hells Angel soll den Rheydter Laden für Nahrungsergänzungsmittel führen. Und die Hells Angels zählen zu den Todfeinden der Outlaws.

Quelle: RP
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