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Hückelhoven
Fastenbrechen - neuer Imam stellt sich vor

Hückelhoven: Fastenbrechen - neuer Imam stellt sich vor
Zum Fastenbrechen begrüßten die VIKZ-Mitglieder zahlreiche Gäste. FOTO: J. Laaser
Hückelhoven. Vertreter aus Politik, Verwaltung, Kirche und Flüchtlingshilfe folgen Einladung von VIKZ und IBV. Von Daniela Giess

Gulasch nach türkischer Art, Linsensuppe, Grießgrütze, süßes Baklava-Gebäck und schwarzer Tee: Zum Ende des Fastenmonats Ramadan empfing der Vorstand des Verbands der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) sowie des Integrations- und Bildungsvereins, kurz IBV, in seiner Moschee an der Schaufenberger Jacobastraße zahlreiche Gäste zum traditionellen Fastenbrechen. Vertreter aus Politik, Verwaltung, Schulen, Kirche sowie Flüchtlingshilfe waren der Einladung in den großen Speisesaal der Gebetsstätte gefolgt - diesmal deutlich weniger als sonst. "Vielen war es leider zu spät, erst um 22 Uhr mit uns zu Abend zu essen", bedauerte Vorstandsmitglied Ömer Karadöl die Vielzahl der Absagen.

Die muslimischen Gastgeber stellten sich den Fragen ihrer deutschen Besucher, gaben interessante Einblicke in ihren Tagesablauf ohne Nahrung und Flüssigkeit bei oftmals hochsommerlichen Temperaturen in den vergangenen Tagen. Dabei nutzte Salih Odabasi die Gelegenheit, sich als neuer Theologe und Imam der Moscheegemeinde offiziell vorzustellen. "Unser heutiges gemeinsames Essen stärkt unsere Zusammenarbeit", bekräftigte er in seiner offiziellen Ansprache. Und: "Heute teilen wir gemeinsam diese schöne Tafel in dem Wissen, dass es in diesen gleichen Stunden viele Menschen gibt, die unter schwierigen Umständen leben, gezeichnet sind von Armut, Hunger und Kriegen."

Leider, so der islamische Theologe, werde man zurzeit mit Ereignissen konfrontiert, "die uns tief traurig machen". Gesellschaftliche Polarisierung, Diskriminierung, Hassreden sowie Angriffe auf unschuldige Menschen und auch Gotteshäuser stimmten die Mitglieder der Moscheegemeinde betrüblich, machte Odabasi deutlich. "Wir verurteilen jede Gewalt und Terror überall auf der Welt. Gewalt darf keine Rechtfertigung haben."

Niemand habe das Recht, "durch Missbrauch der Religion den gesellschaftlichen Frieden zu stören". Nur gemeinsam mit Solidarität könne man dem gesellschaftlichen Auseinanderdriften und der Polarisierung entgegentreten. Gesellschaftliche Pluralität sei keine Bedrohung, sondern Bereicherung. Odabasi stellte die Schaufenberger "Filiale" der Gemeinde vor, deren Hauptaugenmerk ein möglichst breites Bildungsangebot für Jugendliche und Erwachsene sei: "Unsere Einrichtung leistet einen Beitrag für den gesellschaftlichen Frieden und für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft."

Odabasi erläuterte den deutschen Gästen - viele waren der Einladung zum ersten Mal gefolgt - die Bedeutung des nach dem Mondkalender ausgerichteten Fastenmonats Ramadan. Dieser sei "ein Monat der Solidarität, der Hilfsbereitschaft, der Wohltaten und der Unterstützung der Bedürftigen, ein Monat der Freude und Gemeinschaft. Gleichzeitig sei der Ramadan eine Zeit der Einkehr und die Zeit, in der die Taten des Vorjahres überdacht" würden.

Das neue Moschee-Oberhaupt unterstrich, dass das Fasten religiöses Gebot sei und eine der fünf Säulen des Islam darstelle. Wer das Fasten jedoch nur als Abstinenz von Essen und Trinken oder "Ernährungsmaßnahme" betrachte, der habe den Sinn des islamischen Fastens nicht verstanden. Denn das Fasten stärke Körper und Seele, es schenke Selbstbeherrschung und fördere die Empathie.

Quelle: RP
 
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