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Hückelhoven
Flüchtlingen beim Orientieren helfen

Hückelhoven: Flüchtlingen beim Orientieren helfen
Bundeskanzlerin Angela Merkel zeichnete Ulrike Minkenberg und die Hückelhovener Flüchtlingspaten ebenso aus wie kürzlich der heimische Rotary-Club, dessen finanzielle Unterstützung in eine Infobroschüre fließt. FOTO: privat (Archiv)
Hückelhoven. Ulrike Minkenberg und die ehrenamtlichen Flüchtlingspaten aus Hückelhoven arbeiten an einer Infobroschüre, um Asylbewerbern den Start zu erleichtern. Von Gabi Laue

"Es geht darum, die Flüchtlinge willkommen zu heißen und ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Akzeptanz zu vermitteln", hatte Ulrike Minkenberg in der Bewerbung zum Rotary-Wettbewerb geschrieben. Ihre Idee: Dabei soll eine Broschüre mit wichtigen Fakten und einem Stadtplan helfen. Eine Arbeitsgruppe der Flüchtlingspaten mit der Gleichstellungsbeauftragten Petra Hudler und Andrea Kardis von der Stadtverwaltung Hückelhoven ging in die Details. Daran wird noch gefeilt. "Das Grundgerüst wird in gut zwei Wochen stehen", sagte Ulrike Minkenberg.

Die Situation der Menschen, die unter dramatischen Umständen ihr Heimatland verlassen mussten, ging der Hückelhovenerin nahe. Im Gespräch mit Petra Hudler wurde die Idee der Flüchtlingspaten geboten. Mitte Juni 2014 gab es bereits 20 Ehrenamtliche, die für ihre neuen Aufgaben qualifiziert wurden. Der Kreis wächst. Und es hagelt Lob für die bürgerschaftliche Initiative, die Asylbewerbern einen guten Start ermöglichen will.

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Der heimische Rotary Club zeichnete im März das Projekt mit 2500 Euro aus. Und Ulrike Minkenberg wird zur "Hückelhovenerin des Jahres" gekürt. Der Höhepunkt folgte im Juni: Bundeskanzlerin Angela Merkel lud die 25 besten Startsocial-Projekte unter dem Motto "Hilfe für Helfer" nach Berlin ins Bundeskanzleramt ein. Dort dankte sie Petra Hudler und Ulrike Minkenberg persönlich.

Die Flüchtlingspaten wollen jetzt, getreu ihrem Motto, mit einer Broschüre "Gemeinsam viel bewegen". "Wir sind noch dabei, Daten zu sammeln", erklärte Minkenberg auf Nachfrage. Zudem müsse man das Format überdenken. In der Form der Stadt-Broschüren - oder lieber ein Ordner, in dem die Flüchtlinge auch etwas abheften können? Noch nicht entschieden ist auch über Entwürfe für den Titel.

Klar ist, wie die Informationen gegliedert werden, berichtet die Flüchtlingspatin weiter: "Asylbewerber müssen erst mal ankommen und sich orientieren. Wie viele Ortsteile hat Hückelhoven? In welchem Ort sind wir untergebracht? Wo finde ich Busverbindungen und öffentliche Einrichtungen?" Ein Themenfeld umfasst Beratungs- und Hilfsangebote, ein anderes Themenfeld zeigt den Weg zum Spracherwerb, wichtig ist auch der Freizeitbereich. Wo kann ich meine Religion ausüben, wo Fußball spielen oder wo kann ich andere Sportarten finden? Über die Stadt Hückelhoven hinaus sollen einige Beratungsstellen und wichtige Institutionen vorgestellt werden.

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Die Macher der Infobroschüre haben schon Kontakt zu Übersetzern aufgenommen, denn die Informationen sollen viersprachig verfasst werden in Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch. Letzteres ist besonders wegen der fremdartigen Schrift eine Herausforderung. Eine Werbeagentur ist mit im Boot. "Es ist ein Prozess, in den immer wieder neue Anregungen einfließen", schildert Ulrike Minkenberg das Werden der Infoschrift. An deren Notwendigkeit besteht für sie kein Zweifel: "Es ist wichtig, dass jeder, der neu bei uns ankommt, eine eigene Broschüre mit Stadtplan erhält."

Quelle: RP
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