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Hückelhoven
Flüchtlingshaus: Investor gibt Plan auf

Hückelhoven. Kein Elf-Familien-Haus auf dem alten Zechenparkplatz in Altmyhl. Votum für Standort Brachelen.

Zum geplanten Bau eines Mehrfamilienhauses auf dem früheren Zechenparkplatz in Altmyhl wollte die Verwaltung noch eine Bürgerinformation durchführen, doch die ist jetzt hinfällig: Es wird nicht gebaut. Im Vorfeld hatte es wieder massiven Bürgerunmut gegeben, ähnlich wie in Hilfarth, wo schließlich ein Plan für ein Flüchtlingshaus an der Korbmacherstraße verworfen wurde. Kurz vor der jüngsten Bauausschusssitzung, in der Details über das Haus für Asylbewerber in Altmyhl vorgestellt werden sollten, hatten sich Anwohner sogar mit einem anwaltlichen Schreiben an die Stadt gewandt. Daraufhin wurde das Thema von der Tagesordnung genommen. Bürgermeister Bernd Jansen teilte in der Ratssitzung am Mittwochabend mit, dass "der Investor von seinem Bauvorhaben Abstand nimmt".

Fünf Standorte für den Bau von Häusern für drei, neun oder zehn Flüchtlingsfamilien am Ortsrand von Hilfarth, Doveren und Brachelen, auf dem großen Parkplatz gegenüber der früheren Zechen-Verwaltung in Altmyhl sowie am Haldenweg hatte der Sozialausschuss noch Anfang März einstimmig befürwortet. In Brachelen hatte es nach Worten des Ersten Beigeordneten Helmut Holländer ebenfalls "immense Beschwerden der Einfamilienhaus-Besitzer" gegeben, so dass die Stadt ein anderes Grundstück wählte.

In Altmyhl wäre der Investor nach Einwänden vieler Anwohner bereit gewesen, Pläne zu überdenken, vielleicht zwei kleinere Gebäude mit etwas weniger Wohnungen zu bauen. Doch dann wäre ein Aufzug erforderlich gewesen, erklärte der Bürgermeister, und eine Verkleinerung wäre wirtschaftlich nicht darstellbar gewesen. Folge: "Ein privat finanziertes Elf-Familien-Haus wird nun nicht gebaut."

Mit nur einer Gegenstimme genehmigte der Rat hingegen drei Dringlichkeitsentscheidungen: die Festlegung des Standorts für ein Neun-Parteien-Haus in Brachelen, Tenholt, eine überplanmäßige Ausgabe für diesen Neubau für Asylbewerber sowie die Schaffung einer sozialpädagogischen Schnittstelle für die Flüchtlingsunterbringung im Flussviertel. Für Personalkosten in dem Projekt hatte die Stadt Hückelhoven 99.200 Euro Zuschuss vom Land NRW erhalten (die Redaktion berichtete).

(gala)
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