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Hückelhoven
Freitagsgebet auf Deutsch: Alter ehren

Hückelhoven: Freitagsgebet auf Deutsch: Alter ehren
Die Muslime beim Freitagsgebet. Die Gebetsnische in der Mitte des Gebetsraumes zeigt in Richtung Mekka. Vom Lehrstuhl links liest der Imam bereits vor dem Gebet aus dem Imam. Rechts von der Kanzel hält er seine Predigt. FOTO: Jörg Knappe
Hückelhoven. Das Kultur- und Integrationsfest "Four Days" gibt einen Einblick in die Glaubenspraxis der Muslime und in die Hückelhovener Moschee an der Ludovicistraße. Das Fest soll dem Austausch zwischen den Kulturen dienen. Von Philipp Schaffranek

Während Muezzin Mehmet Ali Cakar zum Gebet aufruft, strömen die Muslime in den Gebetsraum. Kurz zuvor haben sie ihre Schuhe ausgezogen und im Waschraum Hände und Füße gewaschen. Die ersten Gläubigen beten schon alleine für sich zu Allah. Dann ruft der Muezzin wieder, und Imam Tunakan Özsoy steigt die Kanzel hinauf.

Im Rahmen des Kultur- und Integrationsfestes "Four Days" des Integrations- und Bildungsvereins, zu dem die Moscheen in Hückelhoven und Schaufenberg gehören, war auch das für Muslime religiös verpflichtende Freitagsgebet in der Moschee an der Ludovicistraße, öffentlich zugänglich. Damit soll Verständnis für den muslimischen Glauben geschaffen werden.

Als der Imam zu sprechen beginnt, hören alle Gläubigen ganz genau hin. Erst liest er das Glaubensbekenntnis vor. Dann folgen Hadithe, Wörter des Propheten Mohammed. Bei diesem Freitagsgebet ist Respekt gegenüber den Alten das Thema. "Der gesellschaftliche Friede ist unweigerlich gebunden an die guten Verhältnisse zwischen den Generationen untereinander", sagt Tunakan Özsoy anschließend in seiner Predigt. Ausnahmsweise predigt er jetzt auf Deutsch und nicht wie sonst in der Hückelhovener Moschee auf Türkisch. Die Jüngeren heute seien ohne Zweifel die Älteren von morgen, sagt er weiter. Der "respektvolle und freundliche Umgang mit älteren Menschen" sei deswegen eine wichtige Aufgabe.

Nach der Predigt verlässt der Imam die Kanzel und geht in die Gebetsnische. Sie ist zentral in die Moschee eingebaut und weist nach Mekka, in die Gebetsrichtung der Muslime. Der Imam betet vor, dicht gedrängt, Schulter an Schulter, beten alle Muslime mit. Der mit Teppichen ausgelegte Gebetsraum ist bis auf den letzten Platz gefüllt.

Fünf mal pro Tag beten Muslime, erklärt Gemeindemitglied Sadic Dinctürk anschließend bei einer kurzen Führung durch die Moschee. Von diesen Gebeten soll das Freitagsgebet um 14 Uhr immer gemeinsam in der Moschee stattfinden. Bei den Muslimen beten Frauen und Männer getrennt. Die Frauen haben ihren eigenen Gebetsraum, in Hückelhoven gleich über dem der Männer. Ein Mikrofon überträgt, was der Imam spricht. "Bilder von Personen und Lebewesen sind in unseren Räumen tabu", erklärt Dinctürk weiter. Deswegen sind die Wände bunt verziert. In arabischer Kaligraphieschrift sind das muslimische Glaubensbekenntnis und Koransuren in die Verzierungen eingebaut.

Der Gebetsraum ist der zentrale Raum einer Moschee. Daneben gibt es Waschräume, einen Gemeinschaftsraum und einen Vorbereitungsraum für den Imam. Während der "Four Days" sind vor und hinter dem Gebäude Zelte aufgebaut, in denen türkische Spezialitäten angeboten werden. Sitzecken und ein Wohltätigkeitsbasar laden zum Austausch ein. Bei einem Glas Tee oder dem süßen Baklava erzählen die Muslime gern von ihrem Glauben.

Quelle: RP
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