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Hückelhoven
Frohe Kunde bei der Preisverleihung

Hückelhoven: Frohe Kunde bei der Preisverleihung
Inge und Werner Kronabeter freuen sich über die Auszeichnung mit dem "Gläsernen Schacht" für ihr ehrenamtliches Engagement, übergeben vom "Schacht 3"-Vorsitzenden Detlef Stab (Mitte). FOTO: nipko
Hückelhoven. Bei einer Feier im Barbarastollen wurden Inge und Werner Kronabeter für ihren ehrenamtlichen Einsatz mit dem "Gläsernen Schacht" ausgezeichnet. Die Stiftung Industriedenkmalpflege kündigte drei Millionen für Sanierung an. Von Daniela Giess

Drei Millionen Euro für Sanierung und Instandhaltung von Schacht 3: Bei der Preisverleihung Gläserner Schacht überraschte Horst Heinrich, der Geschäftsführer der Stiftung für Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur mit Sitz in Dortmund, zu der auch Schacht 3 gehört, die Mitglieder des Fördervereins mit einer positiven Nachricht.

Der Förderbescheid werde in den nächsten 14 Tagen eintreffen, die Voraussetzungen für die Vergabe der Bundesmittel seien erfüllt worden, nachdem der Förderantrag fristgerecht gestellt worden sei und die Stadt Hückelhoven das erforderliche Integrierte Handlungskonzept in Auftrag gegeben habe. Die Stiftung müsse nun keine eigenen Mittel aufbringen für die Instandsetzung, sagte Heinrich bei der traditionellen Feierstunde. Allerdings mache die Höhe der Summe eine europaweite Ausschreibung der Arbeiten erforderlich, was etwas Zeit in Anspruch nehme. Mit einem Beginn der Bauarbeiten sei für Herbst 2018 zu rechnen.

Die Stiftung ist nach seinen Angaben erfahren: "Wir haben schon mehrere Projekte dieser Art abgewickelt." Für die nächsten 20 bis 25 Jahre sei der Erhalt von Schacht 3 damit gesichert.

In einer feierlichen Zeremonie im Barbarastollen wurden Inge und Werner Kronabeter für ihren ehrenamtlichen Einsatz auf dem ehemaligen Zechenareal an der Sophiastraße ausgezeichnet. Wie Vorsitzender Detlef Stab herausstellte, engagiert sich das Ratheimer Ehepaar bereits seit zehn Jahren im Förderverein Schacht 3, "um uns zu unterstützen und unser Denkmal zu erhalten". Beide hätten, so Stab weiter, nie vergessen, was Sophia-Jacoba für Hückelhoven und die Region bedeutet habe.

"Wir haben weiterhin die spannende Aufgabe, den Menschen etwas zu bieten", machte er in seiner Festansprache deutlich. Für die Zukunft stünden einige interessante Aufgaben an.

Wie in jedem Jahr wurde die Preisverleihung eingebettet in den Helferabend, mit dem der Vorstand Danke sagen möchte für die unzähligen ehrenamtlichen Schichten bei den freiwilligen Arbeitseinsätzen donnerstags, bei den Trödelmärkten oder beim Tag der offenen Tür. Dabei ging Detlef Stab auf die herausragende Bedeutung des Steinkohlebergbaus für die Stadt ein. "Er hat in Hückelhoven Geschichte, Tradition, Wirtschaft, Politik, Menschen und Brauchtum geprägt." Dabei bezeichnete er den Bergbau als "das uralte Fundament eines der kulturellen Reichtümer unserer Stadt Hückelhoven".

Als Sophia-Jacoba geschlossen worden sei, hätten sich die Menschen auf ihre Stärken besonnen. Sie seien bereit gewesen, "anzupacken, etwas Neues zu schaffen und sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen". Stab wörtlich: "So ist es gelungen, Hückelhoven zu einer guten Heimat für alle zu machen, die hier leben und arbeiten und zu einem Anziehungspunkt für Menschen von nah und fern."

Auch Schacht 3 sei zu einem solchen Anziehungspunkt geworden für diejenigen, denen die bergmännische Tradition am Herzen liege. Dieses Erbe werde ganz bewusst von den Mitgliedern des Fördervereins gepflegt und auch gelebt. Wenn auch 2018 nach dem Willen der Politik das endgültige Aus für den Steinkohlebergbau in Deutschland komme, dürften Bergleute ihre Freude am Leben nicht aufgeben oder ihren Stolz auf den Bergmannsstand vernachlässigen.

Der Erhalt des Wahrzeichens Schacht 3 sei gelungen ohne öffentliche Gelder. Getreu dem Motto "Gemeinsam sind wir stark" wolle man sich weiterhin für das Fördergerüst mit Schachthalle und Maschinenhaus einsetzen, versprach der Vereinsvorsitzende. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Schachtchor unter der Leitung von Hermann-Josef Brack.

Quelle: RP
 
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