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Hückelhoven
"Gute Nachbarschaft" beim Tag der offenen Moschee

Hückelhoven. Fünf Tage lang hieß der Integrations- und Bildungsverein viele Besucher willkommen. Gäste kamen auch aus Erkelenz.

Das Misstrauen gegen den Islam bekämpfen, Einblicke gewähren in eine fremde Religion, Ängste abbauen: Zum bundesweiten Tag der offenen Moschee öffnete der Integrations- und Bildungsverein (IBV) die Türen seiner Gebetsstätte an der Ludovicistraße.

Unter dem bezeichnenden Motto "Gute Nachbarschaft - Bessere Gesellschaft" wurden fünf Tage lang zahlreiche Besucher empfangen, die sich von Inan Kaya und dem Theologen der Moscheegemeinde, Furkan Öz, Gebetsnische, Stufenkanzel, die Räume für den Koranunterricht und das muslimische Zusammenleben erklären ließen.

Aus Erkelenz kamen Maria Reinfarth und die Teilnehmer des Projekts "Spaß und Kultur" aus dem Verein "Willkommen in Erkelenz". Die muslimischen Mädchen und Jungen nahmen an einer der Führungen teil. "Die meisten von uns sind zum ersten Mal hier", erklärte Projektleiterin Reinfarth.

Das herzliche Verhältnis zu den Nachbarn nehme im Islam einen hohen Stellenwert ein, machte Theologe Furkan Öz deutlich. Der Tag der offenen Moschee sei von großer Bedeutung, da er dazu beitrage, Menschen zusammen zu bringen sowie für Austausch und Verständigung zu sorgen. Vorurteile könnten abgebaut werden. Unterschiede zu Kirchen fielen Gästen wie Maria Reinfarth und ihrer Gruppe mit zwölf- bis 16-jährigen Jugendlichen auf - am Eingang werden die Schuhe ausgezogen und in Schränken verstaut. Die mit arabischer Kalligrafie verzierte Gebetsnische ist gen Mekka ausgerichtet, die hölzerne Stufenkanzel ist vor allem für das traditionelle Freitagsgebet der Männer wichtig, das in der Hückelhovener Moschee an der Ludovicistraße am Freitag vor dem Tag der offenen Moschee immer mit Predigt in deutscher Sprache abgehalten wird. Spezielle Waschräume dienen den im Islam vorgeschriebenen rituellen Waschungen.

In seiner deutschen Predigt unterstrich Öz, dass der Islam "eine Religion der Höflichkeit, Großzügigkeit und Feinfühligkeit" sei. Innerhalb der Familie gut miteinander auszukommen, sei unabdingbar, sich mit den Nachbarn gut zu verstehen, sei verpflichtend. Im Garten der Moschee servierten die Frauen aus der Gemeinde selbstgebackene Torten, Nudelsalat nach türkischer Art, Bulgur (Weizengrieß) sowie süßes Baklava-Gebäck.

Auf Foto-Stellwänden hatte der IBV seine zahlreichen Aktivitäten dokumentiert: Ausflüge in den Freizeitpark oder ins Museum, Hausaufgabenbetreuung, Kochkurse in Kooperation mit der Volkshochschule des Kreises Heinsberg.

(DG)
 
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