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Hückelhoven
Gymnasium aktiv für Simbabwe

Hückelhoven: Gymnasium aktiv für Simbabwe
Gemeinsam mit Johannes Mufakose von CELUCT aus Simbabwe starteten Schüler(innen) des Gymnasiums ihre neue Partnerschaftschaft. FOTO: Städt. Gymnasium
Hückelhoven. Neues Partnerschaftsprojekt will ökologische Landwirtschaft und eine Versöhnungsinitiative unterstützen. Von Angelika Hahn

Das Gymnasium Hückelhoven engagiert sich für ein neues Partnerschaftsprojekt. Nach Abschluss des fünfjährigen Panama-Projekts richtet sich nun der Blick nach Afrika, auf ein Land, das aufgrund seines diktatorischen Regimes von der offiziellen Entwicklungshilfe derzeit weitgehend ausgeschlossen ist. "Solidarität mit Simbabwe" heißt das Motto.

Die Klasse 9.a wird stellvertretend für die Schule Partnerin für die Vermittler-Organisationen sein. Der Weltfriedensdienst (wfd) in der Berlin stellte den Kontakt zur Nicht-Regierungsorganisation CELUCT in Simbabwe her, für die Johannes Mufakose jetzt ins Gymnasium gekommen war. In den Klassen berichtete er über die Situation in seinem Land, dass dringend auf Hilfe angewiesen ist, gerade weil es durch seinen korrupten Staatschefs Mugabe von der offiziellen Politik des Westens derzeit "geschnitten" wird. CELUCT sorge dafür, dass die Hilfsgelder auch da ankommen, wo sie gebraucht werden, sagte Mufakose. Die Oberstudienräte Wolfgang Roth und Dr. Thomas Rubel koordinieren in der Schule das Dritte-Welt-Projekt. Rubel: "Gerade weil dieses Land so wenig beachtet wird, ist es uns wichtig, den Blick von Schülern und Öffentlichkeit darauf zu richten."

Im Zentrum des Partnerprojekts wird die Region Chimanimani im Ostteil der Landes unweit der Grenze zu Mosambik liegen. Rund 100.000 Einwohner umfasse der Einzugsbereich, bestehend aus etlichen Ortschaften, die vom Ackerbau leben. Kleinbauern bauen Mais, Bohnen, Hirse, Kartoffeln und Gemüse an. Nicht Armut sei prägend für dieses nach Versteppung in der 90er Jahren wieder aufgeforstete und urbar gemachte Land, aber ein extrem ungerechter und ungleicher Zugang zu den Ressourcen, hauptsächlich Wasser, wie Mufakose erläutert. Familienfeindschaften und die Erbschaft der landesweiten Korruption wirkten sich auch hier aus. Sechs Familien hätten lange Zeit versucht, die Wasserressourcen für sich zu nutzen und 60 weitere Clans vom lebensspenden Nass abgeschnitten, erzählt Mufakose. Das habe sich nun geändert. CELUCT hat einen umfangreichen Mediationsprozess mit angestoßen, der die bislang verfeindeten Gruppen und Vertreter der offiziellen Verwaltung an einen Tisch geführt habe, um die gerechte Zuteilung etwa von Wasser zu organisieren und andere strittige Fragen zu verhandeln, erzählt der Gast. Im Partnerprojekt wird die Schule diesen Prozess mit fördern ebenso wie ökologische Landwirtschaftsvorhaben. Denn Bodenerosion sei im Ost-Hochland von Simbabwe nach wie vor ein Problem. Längerfristig können sich die beiden projektbegleitenden Lehrer auch eine Partnerschaft zu einer Schule vorstellen.

Am 4. Dezember wollen Schüler und Schülerinnen auf dem Hückelhovener Wochenmarkt an einem Info-Stand über ihre neuen Partner in Simbabwe informieren und natürlich die Spendendosen kreisen lassen.

Quelle: RP
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