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Hückelhoven
Heimat- und Naturverein startet durch

Hückelhoven: Heimat- und Naturverein startet durch
Die Apfelpressfete 2015 kann beginnen: Im Hof von Michael Küsgens (sitzend, Mitte) starten die letzten Vorbereitungen. Im Oktober soll das Fest in größerem Rahmen mit Programm auf Haus Blumenthal stattfinden. FOTO: VEREIN
Hückelhoven. Erzählabend in Haus Berg, Apfelpressfest im Oktober, Historischer Dorfwanderweg - der im April gegründete Brachelener Verein nimmt seine ersten Aktivitäten in Angriff. Die Mitglieder unterstützen regionale Produkte. Von Willi Spichartz

Gesagt, getan: Der im April gegründete Heimat- und Naturverein Brachelen (HuNB) startet richtig durch mit einem "Apfelpressfest" am Sonntag, 9. Oktober, von 11 bis 18 Uhr. Und dazu hat man ein echt passendes Ambiente gefunden - das alte Rittergut Blumenthal, rechter Hand am Ortseingang von Hilfarth her sichtbar gelegen. Das Haus der Familie Busch ist schon fast die Heimat des Vereins unter dem Vorsitz des gebürtigen Bracheleners Dr. Michael Küsgens geworden, schon die Gründungsversammlung fand dort statt.

Und das Apfelpressfest ist nicht die erste Veranstaltung des HuNB, im Juni war man bereits mit einem Erzählabend in der Kulturwoche im Gereon-Seniorenzentrum Haus Berg vertreten. Und übernimmt man die rheinische Definition, dass eine Veranstaltung, die zum dritten Mal stattfindet, eine Tradition ist, dann ist das für das Apfelpressfest absolut der Fall. Es ist bereits das vierte, die bisherigen drei fanden bei Michael Küsgens mit Familie und Freunden auf seinem Hof an der Hauptstraße statt - mit Äpfeln aus den eigenen Obstwiesen und keinen Import-Einheitsgrößen-Früchten aus Neuseeland.

Zum ersten Presstag wurden zur Bearbeitung ein Häcksler zum Zerkleinern der Äpfel und eine Korbpresse gekauft, die erste Ausbeute waren 30 Liter köstlichen Safts, den besonders die Kinder schätzten. 2014 war es dann bereits der größere "1. Brachelener Apfelpresstag" mit größtenteils unrunden Früchten, die aus verschiedenen Brachelener Obstwiesen stammten, entsprechend viele Presser waren beteiligt, ein Mini-Dorffest war begründet. Natürlich wird der Saft nicht chemisch behandelt, haltbar macht ihn eine Erhitzung.

Der abgefüllte Saft wird jeweils günstig abgegeben, ein Teil des Erlöses ist für einen guten Zweck bestimmt. Und da kommt die Verbindung zum neuen Heimatverein - der Erlös des Vorjahres aus dem "2. Brachelener Apfelpresstag" in Höhe von 750 Euro wurde der Gründung des HNB zur Verfügung gestellt. Denn ein kleines Trüppchen bewusster Brachelener hatte sich schon länger mit Gedanken beschäftigt, eine Gemeinschaft ins Leben zu rufen, die sich mit der Historie des mehr als drei Kilometer langen und großen Dorfs (3500 Einwohner) befasst. Als eines der Projekte, die mit Erlösen finanziert werden sollen, sticht ein historischer Dorfwanderweg heraus, auf dem den Wandernden an bedeutsamen Stellen Informationstafeln Hinweise auf Geschichtsaspekte gegeben werden, ohne dass ein Ortskundiger führen müsste. Originell ist da die Idee, diese Tafeln auch in Mundart-Platt zu bedienen, eventuell auch in Niederländisch und Englisch.

Im Juni wurde in der Kulturwoche im Haus Berg ein Erzählabend angeboten, bei dem teils in Platt über Brachelen gesprochen wurde, dazu ein Diavortrag, der sukzessive vervollständigt und vertieft werden soll. Dass das in Brachelen auf Interesse stößt, zeigte sich bereits im Juni 2015, als der Heimatarbeitskreis Hückelhoven (im Heimatverein der Erkelenzer Lande) in einer Gaststätte einen solchen Abend angeboten hatte. Der Brachelener Autor Peter Körfer hatte neben weiteren Informationsbroschüren 2012 einen "Reiseführer-Brachelen in 2 Tagen" herausgegeben.

Wenn eines der Elemente zur Gründung des HuNB der Apfelpresstag ist, dann ist nachvollziehbar, dass Natur/Ökologie sich im Namen des Vereins wiederfindet. Das war und ist den Gründern, neben Michael Küsgens sind das 2. Vorsitzender Dieter Wolff, Geschäftsführer Gerd Siemons, Kassiererin Doris Mertens und die Beisitzer Jürgen Sester, Denis Rademacher und Berthold Coenen, besonders wichtig. Produkte aus der Region kaufen, die man mit dem Fahrrad holen kann - echte Kreislauf-Alternativen zu Flieger-Obst aus Neuseeland oder Südamerika.

Menschen aus allen Ländern sind den Vereins-Machern willkommen, Aussehen, Herkunft und Religion spielen keine Rolle, Brachelen erlebt schon länger einen Zuzug von Menschen von außerhalb. Dennoch gehört auch die Religion für den Verein zur Tradition, wie Vorsitzender Michael Küsgens im Gespräch mit der Redaktion betont, und Brachelen ist weitgehend katholisch. Darüber hinaus ist Cornelius Pütz, emsiger Betreuer der Anna-Kapelle im Unterdorf, in den neuen Verein eingebunden. Vor der Vereinsgründungsversammlung im Rittergut Haus Blumenthal traf man sich denn auch zu einer Andacht in der Annakapelle.

Quelle: RP
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