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Hückelhoven
Hilfe aus Rurich für Menschen in Syrien und dem Libanon

Hückelhoven: Hilfe aus Rurich für Menschen in Syrien und dem Libanon
Niemand weiß, was diese Kinderaugen schon alles sehen mussten. Benedikt Graf von Dürckheim hat das Lager Zahlé im Libanon besucht. Im Grenzgebiet erlebte er Flüchtlings-Notunterkünfte unter erbärmlichen Bedingungen. FOTO: PRIVAT
Hückelhoven. Das Ruricher Hilfswerk-OST sieht Unterstützung in den Krisengebieten selbst als Gebot der Stunde. Benedikt Graf von Dürckheim hat Flüchtlingslager besucht und Hilfe auf den Weg gebracht. Von Gabi Laue

Wer die Fernsehbilder aus dem Elend des syrischen Volkes sieht, das seit fünf Jahren unter den Folgen eines von allen Seiten mit unvorstellbarer Grausamkeit geführten Bürgerkrieges leidet, kann sich bei aller Fantasie kaum vorstellen, wie groß das Leid der Zivilbevölkerung ist. Angesichts der menschlichen Tragödie hat es sich das Ruricher Hilfswerk-OST auf die Fahnen geschrieben, Lebensbedingungen für Menschen im Krisengebiet zu verbessern und Grundsteine für einen möglichen Wiederaufbau zu legen.

Benedikt Graf von Dürckheim hat als Repräsentant des von ihm geleiteten Ruricher Hilfswerks unter teils erheblichen Gefahren eine Reise in das syrisch-libanesische Grenzgebiet unternommen, um sich ein Bild von den dortigen Zuständen zu machen. Obwohl er über erstklassige Verbindungen in beide Länder verfügt und gut informiert war, übertraf das Erlebte seine schlimmsten Erwartungen bei weitem: "Hunderttausende von Flüchtlingen leben nahezu völlig entrechtet unter erbärmlichen Bedingungen und ohne jede Perspektive im Untergrund, in Zeltlagern und überfüllten Notunterkünften, die kaum den minimalsten Anforderungen an menschenwürdige Lebensbedingungen gerecht werden."

Patriarch Gregorius III., Benedikt Graf von Dürckheim und H. Katani im Planungsgespräch: Mit der Melkitisch-Orthodoxen Kirche will das Ruricher Hilfswerk in Syrien 100 Familien unterstützen.

Angesichts dieser Situation wurde Graf von Dürckheim schnell klar, dass der Zustrom an Flüchtlingen in den vergangenen Wochen erst der Anfang sein dürfte. "Europa darf sich auf eine Völkerwanderung bisher unbekannten Ausmaßes vorbereiten, wenn den gequälten Menschen nicht vor Ort geholfen wird", mahnt er. Ob Europa diesen Zustrom an Flüchtlingen auf Dauer verkraften könne, sei fraglich. Sicher hingegen, dass der Verlust bedeutender Teile der gebildeten Mittelschicht, die dringend für den Wiederaufbau des Landes benötigt wird, für Syrien eine Katastrophe darstellt. Daher hat sich das Ruricher Hilfswerk-OST die zentrale Aufgabe gestellt, den Menschen vor Ort zu helfen, eine Perspektive zum Bleiben in der Heimat zu eröffnen. Gerade Hilfe vor Ort sei das Gebot der Stunde. Doch trotz aller politischen Willensbekundungen bleibe gerade diese Hilfe bislang aus.

Unter der Führung und Organisation der Melkitisch-Orthodoxen Kirche wird das Ruricher Hilfswerk als erste Maßnahme in den syrischen Orten Maalula und Homs bis zu 100 Familien unterstützen, indem ihnen jeweils ein Zimmer mit Kochecke, Dusche und Schlafgelegenheiten zur Verfügung gestellt wird, um ihnen so die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen.

In Zahlé (Libanon) ist in Kooperation mit Bischof Issam Darwisch ein Zentrum geplant, in dem syrische Flüchtlinge zu Handwerkern ausgebildet werden, die zunächst dort arbeiten, um dann bei einer besseren Sicherheitslage in Syrien den Wiederaufbau ihrer Häuser aktiv unterstützen zu können. Das Ruricher Hilfswerk-OST ist weiter dringend auf Spenden angewiesen. Durch das persönliche Engagement Graf Dürckheims, seiner Familie und Freunde wird kein Geld für administrative Aufgaben verbraucht. "Dadurch und durch die unmittelbare Zusammenarbeit mit kirchlichen Einrichtungen vor Ort und dem Orden des Heiligen Lazarus kann das Hilfswerk dafür garantieren, dass jeder gespendete Betrag ungeschmälert den Hilfsprojekten zugutekommt", versichert der Graf.

Quelle: RP
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