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Hückelhoven
Hückelhoven baut für Flüchtlinge

Hückelhoven: Hückelhoven baut für Flüchtlinge
Viele Flüchtlinge sind junge Männer, die sich allein auf den Weg gemacht haben. In Hückelhoven sind Alleinreisende unter anderem im umgebauten Haupthaus von Gut Kaphof untergebracht. FOTO: Laaser (Archiv)
Hückelhoven. Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, in fünf Stadtteilen Mehrfamilienhäuser für Asylbewerber bauen zu lassen. Aktuell leben 580 Flüchtlinge in der Stadt, unter anderem in rund 50 Wohnungen. Von Gabi Laue

Jede Woche kommen derzeit nach Angaben der Verwaltung 25 bis 40 neue Flüchtlinge in Hückelhoven an, jeweils mit zwei, drei Tagen Vorlauf per E-Mail angekündigt. Etwa 425 Menschen warten in Hückelhoven auf den Abschluss ihres Asylverfahrens, insgesamt werden aktuell 580 Flüchtlinge in der Stadt betreut. Da der bisherige und zusätzlich angemietete Wohnraum nicht ausreicht, muss die Stadt neue Unterkünfte schaffen. Der Rat folgte jetzt einstimmig dem Beschluss des Sozialausschusses, in fünf Stadtteilen Mehrfamilienhäuser zu bauen oder bauen zu lassen.

"Wir rechnen damit, dass bis zum Jahresende weitere 150 Flüchtlinge zusätzlich aufgenommen werden müssen", sagte Bürgermeister Bernd Jansen in seiner Haushaltsrede vor dem Rat. Im Stadtgebiet habe sich die Zahl der Flüchtlinge allein in diesem Jahr vervierfacht. Gebaut werden soll in Massivbauweise in Baal, Brachelen, Doveren - hier wurde als Standort Junkerberg/Dionysiusstraße genannt -, Hilfarth und Ratheim. Den Vorschlag, auf dem städtischen Grundstück Rheinstraße 105 ein Wohnheim in Holzbauweise zu errichten, hatte der Ausschuss verworfen. Bis zu acht Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs oder acht Wohnungen sollen in den nächsten drei Jahren entstehen, wobei die Stadt nicht ausschließlich auf Privatinitiative von Investoren zurückgreifen, sondern im kommenden Jahr auch selbst zwei Häuser bauen will.

Der Haushalt 2016 sieht für den Bau von zwei Häusern in städtischer Regie 2,2 Millionen Euro vor. Zudem sollen noch in diesem Jahr Notarverträge abgeschlossen werden für den Ankauf von zwei Gebäuden für die Flüchtlingsunterbringung, wofür 810.000 Euro eingeplant sind. Diese Kosten hat der Kämmerer zusätzlich in das Investitionsbudget gepackt, was den Kreditbedarf in Höhe von mehr als drei Millionen Euro ausweitet. In seiner Haushaltsrede ging der Bürgermeister davon aus, "dass dies zu verkraften ist, da die NRW.Bank für die Kommunen Darlehen für diesen Zweck mit einem Zinssatz von null Prozent für die Dauer von zehn Jahren zur Verfügung stellt". Darüber hinaus hat die Verwaltung Gespräche mit Investoren geführt und erwartet nun, "dass auch von dritter Seite weiterer Wohnraum nicht nur für Flüchtlinge im kommenden Jahr in nennenswerter Anzahl geschaffen wird".

Zahlen für Transferaufwendungen an Asylbewerber nannte Kämmerer Helmut Holländer, als er den Haushaltsentwurf 2016 im Rat einbrachte. Trotz des immensen Anstiegs der Flüchtlingszahlen werde der Etat nicht zusätzlich belastet, erklärte er.

Für das kommende Jahr rechnet er mit Aufwendungen in Höhe von 4,536 Millionen Euro, denen 3,4 Millionen Euro an Kostenerstattungen gegenüberstehen. Wenn die Stadt rund 1,1 Millionen Euro zu finanzieren habe, sei das im Landesvergleich äußerst günstig, so Holländer, und das mache "deutlich, dass dank der Hilfe Vieler die Aufnahme von Flüchtlingen für die Stadt Hückelhoven finanziell verkraftbar ist". Allerdings wies der Kämmerer auf zusätzliche Belastungen bei der Integration hin, etwa für Kindergartenplätze, Lern- und Sachmittel für nötige Förderklassen in Schulen oder Sprachkurse.

Quelle: RP
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