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Hückelhoven
Im eigenen Reich mit Unterstützung leben

Hückelhoven: Im eigenen Reich mit Unterstützung leben
Vor dem neuen Generationen-Campus (v.l.): Ulrich Derix, Bernd Bogert, Bürgermeister Bernd Jansen, Architekt Franz Peter Greven, Pfarrer Georg Kaufmann, Reinhilde Sontag-Risters und Landrat Stephan Pusch. FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. Nach Ratheim hat jetzt auch Hilfarth einen "Generationen Campus". Die St. Gereon Seniorendienste eröffneten den Komplex mit Bungalows, 17 Wohnungen und integrierter Tagespflege. Investiert wurden 2,5 Millionen Euro. Von Gabi Laue

Die Handwerker sind im Neubau noch emsig bei der Arbeit, doch zum 1. November sind die ersten Bewohner schon eingezogen. Der Generationen Campus an der Callstraße in Hilfarth füllt sich bereits mit Leben. In einer Feierstunde und mit Segen durch Pfarrer Georg Kaufmann wurde die neue Einrichtung der St. Gereon Seniorendienste in den Räumen der Tagespflege eingeweiht. "Gewollt ist der Verbleib im vertrauten Quartier, gewollt ist die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben", fasste Geschäftsführer Bernd Bogert die Intention zusammen, dieses Projekt für Ältere mitten im Ort zu bauen.

Bogert ist kürzlich 65 Jahre alt geworden und zählt damit, wie er augenzwinkernd sagte, selbst zu den "Silver-Agern". Er zitierte aus der Statistik, wie die Menschen immer älter, die Jüngeren immer weniger werden und es immer mehr Ein-Personen-Haushalte gibt. Im Jahr 2050 sind bundesweit voraussichtlich 38 Prozent der Menschen jenseits der 60. Die Alten würden immer älter, immer einsamer, und auch ärmer, da das Rentenniveau weiter sinke, fuhr Bogert fort. "Das heißt, dass immer mehr ältere Menschen von immer weniger Menschen unterstützt werden." Um die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft meistern zu können, sei es notwendig, die benötigten Einrichtungen dort anzubieten, wo die Menschen leben, sich mit ihrer Nachbarschaft verbunden fühlen, wo sie sich einbringen können.

Hückelhoven habe hinsichtlich der Lebensqualität im Alter schon viel zu bieten, stellte Bernd Bogert heraus: den Wohnpark Hückelhoven, betreute Wohnungen in Brachelen am Haus Berg, Generationen Campus in Ratheim und jetzt auch in Hilfarth. Dazu gehören die nötigen Beratungs-, Versorgungs- und Unterstützungsangebote. Für alle diese Einrichtungen betonte Bogert den Vorteil, "dass durch die integrierte Tagespflege und den ambulanten Pflegestützpunkt eine kompetente Hilfe jederzeit möglich ist". So könnten Ältere auch bei hoher Pflegebedürftigkeit in ihrer Wohnung bleiben. Und Bogert weiter: "Mit einer funktionierenden, verantwortungsvollen Gemeinschaft und guten nachbarschaftlichen Beziehungen sowie der Kombination aus Selbstständigkeit, Teilhabe und maßgeschneiderter Unterstützung soll der Traum vom gepflegten Wohnen im Alter Wirklichkeit werden." Landrat Pusch hatte einen guten ersten Eindruck gewonnen: "Trotz aller Gemeinschaft kann man hier Privatsphäre genießen. Hierher kann man sich guten Gewissens verpflanzen lassen."

St. Gereon-Aufsichtsratvorsitzender Ulrich Derix lud die Hilfarther ein, die Tagespflege zu besuchen. Und den Bewohnern wünschte er, "dass das Motto ,St. Gereon tut gut' auch hier spürbar wird". Bürgermeister Bernd Jansen erinnerte daran, dass vor einigen Jahren an der Stelle noch Fußball gespielt wurde. Auf zwei Dritteln des Rasenplatzes wurden Supermärkte gebaut. "Den Rest haben wir genutzt, um Pflege in den Ort zu holen." Pfarrer Georg Kaufmann und Diakon Heinz Brand segneten die neuen Räume. "Wo Menschen füreinander da sind, ist das zu spüren, was wir Geist Gottes nennen", sagte der Pfarrer.

Quelle: RP
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