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Hückelhoven
In Extremsituationen zur Seite stehen

Hückelhoven. Vier neue Notfallseelsorger in Hückelhoven zu ihrem anspruchsvollen Dienst beauftragt.

Sie sind bei schweren Verkehrsunfällen, oft mit tödlichem Ausgang, vor Ort. Überbringen Angehörigen schreckliche Todesnachrichten zusammen mit der Polizei. Spenden Trost, stehen in den ersten Stunden hilfreich zur Seite. Vier neue Notfallseelsorger wurden jetzt in der Hückelhovener Lambertus-Kirche beauftragt.

Nach einem umfangreichen Auswahlverfahren im Januar 2016 endete die intensive Ausbildung des Ehrenamtler-Quartetts im Frühjahr. Das gemeinsame Projekt der katholischen und evangelischen Kirche umfasst neben einem 120-stündigen Basiskurs sowie einem 80 Stunden umfassenden Aufbauseminar Praktika bei Rettungsdienst und Polizei. Unabdingbare Voraussetzung für das Ehrenamt als Notfallseelsorger: Mitglied einer der beiden großen Kirchen zu sein. "Wer Atheist ist, hat keine Chance, da Gebete gesprochen und Aussegnungen durchgeführt werden", erläuterte Pfarrer in Rente Manfred Jung. Der Geistliche koordiniert die Notfallseelsorge im Kreis Heinsberg, die es seit September 2001 gibt, zurzeit mit elf ehrenamtlichen Helfern und 26 hauptamtlichen Kräften.

Marita Peters, Jolene Veenendaal, Dieter Quasten und Günter Zischke wurden von Jens Sannig, dem Superintendenten des ev. Kirchenkreises Jülich, und Generalvikar Andreas Frick in einem ökumenischen Gottesdienst, an dem Familienangehörige und Wegbegleiter teilnahmen, offiziell beauftragt - mit Urkunde und einer Anstecknadel, die sie als Notfallseelsorger ausweist.

Die sehr aufwendige Ausbildung gebe das Rüstzeug für extreme Situationen, so Frick. "Zupacken, wo Not ist" sei gefragt. Der Dienstplan sehe einen Einsatz rund um die Uhr im gesamten Jahr vor. Superintendent Sannig unterstrich, dass die extremen Situationen oft schwierig seien. Im Dienst träfen die Notfallseelsorger auf viele Zweifel, Ablehnung oder Unverständnis. "Die Frage, warum Gott das zulässt und nicht eingreift, wird oft gestellt." Der Auftrag sei, "dem Unmenschlichen menschlich zu begegnen", mit den Angehörigen "die ersten Schritte in ein verändertes Leben zu gehen". Für die vier neuen Notfallseelsorger ergriff Jolene Veenendaal das Wort. Sie seien "froh, diesen Weg beschritten zu haben". Man werde künftig Menschen in Not begegnen, die verzweifelt seien. Ihre Aufgabe sei es, zu helfen und zu stabilisieren - jedoch zeitlich begrenzt: "Wir ziehen uns dann zurück." Veenendaal: "Wir können Weichen stellen und einen Weg aufzeigen."

(DG)
 
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