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Hückelhoven
In St. Bonifatius entsteht Kolumbarium

Hückelhoven: In St. Bonifatius entsteht Kolumbarium
Die schlichte Kirche bleibt äußerlich unverändert. Ihr Umfeld wird hochwertig neu gestaltet, innen wird in mehreren Phasen ein spektakuläres Kolumbarium errichtet. Kirche und Pfarrheim sollen Mittelpunkt des Gemeindelebens bleiben. FOTO: JÜRGEN LAASER
Hückelhoven. Ostermontag wird ein Teil der Schaufenberger Kirche entwidmet. Nach Umbau entsteht hier die erste Grabeskirche der Region für bis zu 3500 Urnen mit "Garten der Erinnerung". Aufwertung für die Gemeinde. Altarraum bleibt geweiht. Von Gabi Laue

Die Pläne des Kirchenvorstands Schaufenberg-Millich, St. Bonifatius in eine Grabeskirche umbauen zu lassen, stehen kurz vor der Umsetzung. Der im April 2013 ans Bistum gestellte Antrag zur Umwandlung ist positiv beschieden, am Ostermontag wird um 10.30 Uhr Entwidmungsgottesdienst gefeiert. Mit dem Umbau nach spektakulärem Architekten-Entwurf sollen Bestand und Instandhaltung der Kirchengebäude auf lange Sicht gewährleistet sein. Da auch Pfarrgarten und Vorplatz neu gestaltet werden, ist der Kirchenvorstand sicher: "Unsere Gemeinde erhält durch den Umbau und die Gestaltung des Kirchenumfeldes eine enorme Aufwertung."

Es wird die erste ökumenische Grabeskirche in der Region Heinsberg und nach Meinung des Aachener Architekten Axel Maria Schlimm "sicher eines der spektakulärsten Kolumbarien in Deutschland". Unterschiedliche metaphorische Bedeutungsträger fügen sich zu einem Entwurf, der viele Ideen in einem außergewöhnlichen Rundkörper umsetzt. "Wir wollten mit dem 1954 nach Plänen von Wilhelm Andermahr erbauten puristischen Hallenkörper schonend umgehen", erklärte Axel Schlimm den Ausgangspunkt der zahlreichen Überlegungen. Der Altarraum bleibt gewidmet, die Orgel an ihrem Emporenplatz, die in Blei gefassten Sakramentsfenster werden nicht verändert. Stellt der Grundriss der schlichten Kirche die Silhouette eines Kelches dar, so legt der Aachener Architekt nun eine "Hostie" hinein. Ein rundes Oberlicht mit drei Metern Durchmesser und die konzentrischen Urnenkreise fügen sich wie eine Monstranz in den "Kelch" - Bild der Auferstehung und der Kreis Symbol der Ewigkeit.

Am Eingang zur Grabeskirche wird das Taufbecken aus Kupfer stehen, das Sinnbild für den Eintritt des Menschen in das religiöse Leben, das Alpha. Da der Weg des Lebens niemals geradlinig verläuft, wird in dem Entwurf ein emotionales und seelisches Labyrinth ausgehend vom Taufbecken beschritten. Die Urnenfelder und -wände sind radial als ein Kreislabyrinth angeordnet, und im Zentrum bildet eine niedrige Grablegen-Formation das Omega, das Ende des Weges. Das Hochkreuz schwebt oberhalb des Labyrinthes im Luftraum der Kirche - gleichsam ein Wegweiser im "Labyrinth des Lebens" zur Auferstehung. Die heilige Zahl acht findet sich in den acht Säulen zur oberen Ebene des Kolumbariums, die auch über einen Aufzug erreichbar sein wird. Die Urnenkammern sind so unterschiedlich angelegt, dass sie individuell genutzt und gestaltet werden können.

Ein sieben Meter hoher Zylinder mit galvanisierten Kupferplatten wird auf zwei Ebenen bis zu 3500 Urnenfächer beinhalten. Licht fällt von oben hinein. Architekt Axel Maria Schlimm hat sich zu seinem Entwurf voller Symbolik zahlreiche Gedanken gemacht und einen Architekten-Wettbewerb für sich entschieden. FOTO: SCHLIMM

Der Pfarrgarten wird umgebaut, ein Seerosenteich erhält eine Insel mit Kammer, in der nach 20 Jahren Ruhezeit Urnen niedergelegt werden können. Säulenartige Zypressen fassen den Vorplatz neu. Architekt Axel Schlimm freut sich auf die Umsetzung: "Ich hoffe, dass mit dem Garten der Erinnerung hier Schönes geschaffen wird."

Quelle: RP
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