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Hückelhoven
Junges Ausnahmetalent an der Violine

Hückelhoven. Verein "Con brio" und das Publikum in der Aula genossen ein Konzert der Extra-Klasse. Von Willi Spichartz

Ein großer Festabend der Violine: Die rund 150 Zuhörer in der Aula wollten auch nach der Zugabe des Violinen-Virtuosen Roman Kim und seines Piano-Partners Jure Gorucan eigentlich nicht gehen. Schließlich hatten sie einen Geigenabend der Extra-Klasse erlebt, für den sie mit Ovationen dankten, für die Zugabe, "La campanella" von Kims Lieblings-Geiger-Komponisten Niccolò Paganini nahm man dann wieder Platz. Der veranstaltende Verein für Kammermusik "Con brio" um den Vorsitzenden Rudolf Lengersdorf war mehr als zufrieden, vor allem auch darüber, dass unter den Besuchern 18 Kinder und Jugendliche waren.

Schon die ersten Töne aus Johann Sebastian Bachs "Sonate Nr. 4 für Violine und Klavier in c-moll" ließen das riesige Talent des 24-jährigen, in Köln lebenden und ausgebildeten Virtuosen erkennen, vor allem aber auch die perfekte Beherrschung des von ihm gespielten Instruments, ein Produkt des veronesischen Geigenbauers Giovanni Battista Zanoli (1716 - 1757). Dass Kim diese Violine vom renommierten deutschen Musikinstrumentenfonds zur Verfügung gestellt wurde, ist allein schon eine Auszeichnung.

Im zweiten Satz passierte Roman Kim ein kleines Missgeschick, das die Zuhörer allerdings genossen - Kim hatte die Notenblätter in einer falschen Reihenfolge aufs Pult gelegt, nach Korrektur begannen Kim und Gorucan den Satz von vorn. Das zweite Stück, "Romance in G-es für Violine und Klavier" zeigte eine weitere Seite des Saitenkünstlers, die des Komponisten, eine echte Romance mit Höhen und Tiefen, fein und dynamisch, lustig und mit einem wunderbar zarten Schluss.

Und dann Kims Lieblingskomponist und Vorbild, nach dem das Programm auch "... Paganini live" benannt ist, mit der "Mose Fantasia" des "Teufelsgeigers", an dem der Wahl-Kölner alle Möglichkeiten aufzeigte, die die Geige als ganz besonderes Instrument bietet, rhythmisch, technisch, polyphon.

Nach der Pause stand Émile Saurets "Kadenz zum Violinkonzert Nr. 1 von Paganini an, die Kim überraschend mit einer sehr eigenen Variation des "Kaiserlieds" von Joseph Haydn interpretierte, das auch die Melodie der deutschen Nationalhymne ist. Ein Lehrstück für Kompositionen für Violine und Klavier dann Beethovens "Sonate in Es-Dur, Op. 12 Nr. 3", in der auch die Harmonie im Spiel der beiden Musiker, Gorucan ist erst 23 Jahre alt, aufzeigte. Schlusspunkt war Paganinis "Il Palpiti", das noch einmal Kims eigene Violinensprache virtuos belegte, seine ausgefeilten technischen Fertigkeiten auch im Höchsttempo - Ovationen und "Bravo"-Rufe dankten beiden jungen Musikern. Die Zugabe kam natürlich mit "La campanella" von Paganini und beschloss einen außerordentlichen Genuss nach Tönen.

Quelle: RP
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