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HÜckelhoven
Karnevalistisches Verwirrspiel

HÜckelhoven: Karnevalistisches Verwirrspiel
Diskussionen um die geplanten Karnevalsaktivitäten im umgebauten Ochsenstall - Szene aus der neuen Inszenierung des Lambertus-Theaters. FOTO: Jürgen Laaser
HÜckelhoven. "Karneval im Ochsenstall" heißt der Schwank in drei Akten, mit dem das Ensemble des integrativen Lambertus-Theaters eine weitere gelungene Inszenierung auf die Bühnenbretter des katholischen Jugendheims brachte. Von Daniela Giess

Seine Geltungssucht kennt keine Grenzen. Für Bauunternehmer Heini Baumeister (gespielt von Friedhelm Specks) zählt nur, dass er Vorsitzender des neuen Vereins werden kann. Um welchen Verein es sich dabei handelt, ist ihm völlig egal. Die Überlegungen gehen in verschiedene Richtungen - ein Verein für gefallene Mädchen, ein Fußballclub oder ein Gesangsverein. Schließlich wird es "Karneval im Ochsenstall", erdacht von Wilfried Reinehr.

Für zwei Stunden entführten die Hückelhovener Hobbymimen - theaterbegeisterte Menschen mit und ohne Behinderung - in die Kneipe des Ochsenwirts Friedrich Ochs (Uwe Zahren). Im Hinterzimmer des Lokals beschließt man, einen Verein aus der Taufe zu heben - mit unterschiedlichen Hintergedanken. Der moralischen Jungfer und Pfarrersköchin Judit Frohmut (Annett Franke) geht es in erster Linie darum, Anstand zu wahren und dem allgemeinen Sittenverfall endlich einen Riegel vorzuschieben.

Der einfältige Bauer Hubert Lämmlein (Fredi Niehsen) möchte seine hässliche Tochter Adelheid (Sandra Soyka) als Karnevalsprinzessin proklamieren lassen. Und so hat Pizzabäcker Roberto alias Manuel Romero schließlich die zündende Idee, die allen Beteiligten gut gefällt: Der Ochsenstall soll umgebaut werden, um hier künftig Sitzungen in der fünften Jahreszeit abhalten zu können.

Doch so einfach ist es nicht. Plötzlich taucht Carmen (Elke Esser) aus der Stadt auf. Die junge Frau ist ein Findelkind, ausgesetzt im nahe gelegenen Kloster Gangelt, und auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Jochen (Torsten Schmitz), angeblicher Sohn der Wirtin Katharina Ochs (Anne Wender), macht ihr Avancen. Für zahlreiche Turbulenzen ist gesorgt, denn beim "Karneval im Ochsenstall" werden nicht nur die humorvollen Vorträge vertauscht. Die Musikkapelle wird schlicht vergessen, plötzlich stellt sich heraus, dass Jochen und Wirtstochter Steffi (Maike Wender) doch keine Halbgeschwister sind.

Als Gäste der Schankstube und Mitglieder der Polizeikapelle traten vier Bewohner aus dem Projekt Haus Schnorrenberg in Aktion: Waltraud Bath, Martin Tymczuk, Arnd Wackernagel sowie Nico Voelker. Mit viel Applaus belohnte das Publikum bei zwei gut besuchten Vorstellungen die spielfreudigen Darsteller der turbulenten Komödie.

Hinter den Kulissen ging es diesmal sehr chaotisch zu, wie Lambertus-Regisseurin Ulrike Niehsen verriet. Es habe im Vorfeld zahlreiche Absagen gegeben. "Erst vor ungefähr vier Wochen hatte ich meine Truppe so richtig zusammen." Ans Aufgeben dachte die engagierte Doverenerin jedoch nicht. "Das Mitspielen und die gemeinsame Probenarbeit sind so wichtig für unsere Darsteller aus dem Haus Schnorrenberg."

Quelle: RP
 
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