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Hückelhoven
Kinder musizieren für Kinder und ernten riesigen Beifall

Hückelhoven. Erstmals präsentierte der Verein "con brio" mit dem Kinderorchester NRW ein Konzert für Kinder. Von Philipp Schaffranek

Es war ein Konzert von Kindern vor allem für Kinder. Der Kammermusikverein "con brio" hatte das Kinderorchester NRW in die Aula des Gymnasiums geholt und damit viele Kinder als Zuhörer angelockt. Für die Freunde der Kammermusik, die das Interesse an der Kammermusik aufrechterhalten wollen, ein Erfolg. Erstmals präsentierte der Verein ein Konzert in dieser Form. "So viele Musiker hatten wir als Kammermusikverein noch nie auf der Bühne", sagte Vorsitzender Rudolf Lengersdorf.

Mit dem Programm "Es war einmal..." nahm das 74-köpfige Orchester alle Zuhörer mit in die Märchenwelt. "Vor Ihnen sitzt die musikalische Nachwuchselite dieses Landes", sagte Witolf Werner, der Dirgent des Orchester. Der gebürtige Mönchengladbacher arbeitet neben seiner Leitung des Kinderorchesters an der Wiener Staatsoper. Alle Kinder im Kinderorchester sind zwischen zehn und 14-Jahre alt. Sie haben sich mit erfolgreichen Teilnahmen bei Wettbewerben und einem Vorspiel in das Orchester gespielt. Das ist aus der NRW-Initiative "Jedem Kind ein Instrument" hervorgegangen. Zweimal im Jahr wird gemeinsam ein vollständiges Konzertprogramm erarbeitet und bei Konzertreisen präsentiert.

In Hückelhoven starteten die Nachwuchsmusiker mit einer Fanfare. Diese hat der Komponist Martin Jahnke eigens für das Kinderorchester komponiert. Die fröhliche und mit Hörnerklängen beginnende Fanfare passt zu dem Orchester. Der Komponist kennt es gut, weil er selbst Dozent der Kinder ist.

Kindgerecht führte Dirgient Witolf Werner durch das Programm. Bevor es mit den vier Märchenvertonungen beginnen sollte, wollte er zuerst von den Kindern im Publikum wissen, welche Märchen sie kennen. "Das Publikum hier in Hückelhoven hat schon gut abgeschnitten", hielt er nach einer Runde durch die Zuhörerschaft fest.

Das erste Stück war die Musik zu Tschaikowskys Ballett "Schwanensee". Neben der Musik erzählte Witolf Werner die Geschichte vom jungen Prinzen Siegfried, der Schwanenkönigin Odette und dem Zauberer Rotbart. Mit viel musikalischer Qualität spielte das Orchester die bekannte Titelmelodie. Je nach Wendung der Geschichte war die Stimmung fröhlich und tänzerisch oder düster und geheimnisvoll.

Gleich vier Musikgenres präsentierte das Orchester. Darunter die Ouvertüre aus Engelbert Humperdicks Oper "Hänsel und Gretel". Bei Paul Dukas Vertonung der Ballade "Der Zauberlehrling" von Goethe entwickelte sich der Rhythmus wie ein immer schneller werdendes Uhrwerk. Es sollte die Besen darstellen, die immer mehr Wasser antransportieren. Mit der Filmmusik zu "Der Herr der Ringe" von Howard Shore endete das Konzert unter großem Applaus. Für viele Lacher sorgte Witolf Werner. Weil er eine Wette mit dem Orchester verloren hatte, musste er das letzte Stück mit Clownsnase dirigieren.

Bei dem Konzert erhielt "con brio" erstmals Unterstützung durch die Stadt Hückelhoven. Der stellvertretende Bürgermeister Dieter Geitner schenkte allen Kindern des Orchesters eine Naschtüte. Geitner wies darauf hin, dass die Stadt den Kindern der Grundschulen Baal und Schaufenberg Instrumente zur Verfügung stelle und die Bedeutung der Musik erkannt habe.

Quelle: RP
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