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Hückelhoven
Kinder und alte Menschen werden Freunde

Hückelhoven. Ein Jahr "Generationenbrücke" mit Kindern des Kindergartens und Bewohnerinnen des Seniorenheims St. Lambertus. Von Eva Weingärtner

Ein Jahr liegt hinter den Kindern vom Katholischen Kindergarten St. Lambertus Hückelhoven, in dem sie einmal im Monat Bewohnerinnen des Pflegeheims der Lambertus gGmbh für eine Stunde besuchten, mit ihnen erzählten, bastelten und spielten. Nun jedoch ist der Moment gekommen, dass sie alle voneinander Abschied nehmen müssen.

Denn Loresa, Thomas und Co. von der Frosch- und Maulwurfgruppe des Kindergartens sind im letzten Kindergartenjahr und gehen nach den Sommerferien in die Schule. "Deshalb ist das Projekt "Generationsbrücke Deutschland" immer auf ein Jahr angelegt", erklärt Günter van Ool vom Sozialen Dienst bei Lambertus. Es geht darum, dass unter seiner Leitung und der von Erzieherin Kathrin Dickmann regelmäßige Begegnungen zwischen den Bewohnern und Kindern stattfinden, mit dem Ziel, durch gemeinsames Singen, Spielen, Basteln und Erzählen bestehende Vorurteile und Berührungsängste abzubauen, einander wertzuschätzen und gemeinsam Lebensfreude zu haben. Dass dies gelungen ist, zeigt die letzte Begegnung im Restaurant der Einrichtung.

Zwischen den Kindern, denen jeweils eine Bewohnerin zugeteilt wurde, besteht mittlerweile eine innige Beziehung voller Zuneigung, Vertrauen und Wertschätzung. Die Kinder weichen kaum von der Seite der Bewohnerinnen. Gemeinsam haben sie Spaß in einem Stuhlkreis mit einem Riesenballon. Als es heißt, sich zu den Tischen zu begeben, wo jeder sich mit Getränken und Plätzchen stärken kann, ist es für die Kinder selbstverständlich, dass sie den Bewohnerinnen den Rollator bringen und helfen, ihn zu schieben. Die fünfjährige Loresa achtet darauf, dass Gertrud Daniels auch einen Sitzplatz hat und schiebt einen Stuhl herbei.

"Das Jahr war toll. Wir haben viel zusammen gebastelt", sagt sie. Dies empfindet Gertrud Daniels genauso. "Das alles sind unsere Kinder. Sie sind so lieb. Wir haben viele schöne Sachen zusammen gemacht", resümiert sie. Zu den schönen Sachen gehörte auch das gemeinschaftliche Singen mit Gitarrenbegleitung von Günter van Ool.

Auch beim letzten Treffen erklingt wieder das Lied "Große und Kleine sind füreinander da". Zudem gibt es ein Geburtstagsständchen für Thomas, der sechs Jahre alt wurde. Dann jedoch kommt der Moment, wo es heißt, endgültig Abschied zu nehmen.

Als Erinnerung erhält jedes Kind und jede Bewohnerin eine Urkunde auf der steht, dass die Generationenbrücke dafür dankt, dass die Kinder und Bewohner Freude in das jeweilige Leben gebracht haben. Zudem gibt es noch eine kleine Überraschung.

"Jetzt müsst ihr euch verabschieden", sagt Kathrin Dickmann. Kräftig werden Hände geschüttelt. Einige Kinder und Bewohnerinnen umarmen einander. "Nach den Sommerferien kommen wir mit anderen Kindern wieder", tröstet Kathrin Dickmann die Bewohnerinnen. "Das Projekt wird weiter fortgesetzt", versichert auch Günter van Ool.

Quelle: RP
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