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Hückelhoven
Kino ist "Harmonie, Magie, Spannung..."

Hückelhoven: Kino ist "Harmonie, Magie, Spannung..."
Havin, Lilli und Lisa (alle elf Jahre alt und aus der Klasse 6b des Hückelhovener Gymnasiums) waren drei von mehr als 150 Kindern, welche die 45. Belgisch-Niederländisch-Deutschen Filmtage in Hückelhoven besucht haben. FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. Rund 150 Jugendliche besuchten am Wochenende die Belgisch-Niederländisch-Deutschen Filmtage in Hückelhoven. Das waren weniger als bislang. Begeisterung entfachte das Festival aber auch in seiner 45. Auflage ungebrochen. Von Daniela Giess

Die Belgisch-Niederländisch-Deutschen Filmtage, seit nunmehr 45 Jahren in Hückelhoven beheimatet, kannten die Absolventen der Film-Akademie Maastricht zuvor noch nicht - nun aber, nachdem ihre aufwändige Abschlussarbeit "Ein willkommener Feind", die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs angesiedelt ist, dort gezeigt worden ist, hat sich das geändert und waren sie begeistert.

"Wir sind überrascht von der großen Anzahl junger Teilnehmer", stellte Paolo Samadello fest. Der 26-jährige Aachener und seine ehemaligen Kommilitonen genossen die Atmosphäre bei den Hückelhovener Filmtagen, das große Interesse, das ihrem 30-minütigen Streifen entgegengebracht wurde, und den kurzen Moment auf der Bühne der Aula, die sich am Wochenende wieder einmal in einen großen Kinosaal verwandelt hatte. Das gemeinsame Bachelor-Abschlussprojekt "Ein willkommener Feind" erzählt die Geschichte des amerikanischen Deserteurs Davy McCarthy, der gefunden und gepflegt wird - von Anneliese, einer jungen Frau aus einer nationalsozialistisch orientierten Familie.

Durch Heiko Fischer, der seit Jahren zum Organisationsteam des Cineasten-Treffs mit jungen Teilnehmern aus den drei beteiligten Ländern gehört, war der Kontakt zu den Maastrichter Absolventen zustande gekommen. "Er kennt meine Mutter, und so entwickelte sich das", verriet Krystina Pütz, die bei dem Gemeinschaftswerk als Produktionsleiterin agiert hatte. Rund 150 Jugendliche frönten ein ganzes Wochenende lang ihrer Kino-Leidenschaft. Übernachtet wurde in der Turnhalle am Gymnasium, wo 50 Jugendliche aus den Niederlanden untergebracht waren, sowie in den umliegenden Hotels. Allerdings kamen damit deutlich weniger Teilnehmer als in den Vorjahren. Eine Erklärung für den Cineasten-Schwund hatte Filmtage-Leiterin Gisela Münzenberg-Wiers nicht. Etwa 100 Jugendliche pro Teilnehmer-Land waren in der Vergangenheit noch die Regel. Einer der populärsten Streifen, die gezeigt wurden: die Literaturverfilmung des Bestsellers "Das Tagebuch der Anne Frank". Für kleine Film-Fans wurde der Kinderfilm "Rico, Oskar und die Tieferschatten" geboten.

Seit der Geburtsstunde der Belgisch-Niederländisch-Deutschen Filmtage im Jahr 1971 habe sich viel getan, erläuterte Mitorganisator Rolf-Rüdiger Hamacher bei der offiziellen Eröffnung am Freitag: "Viele sagen, das Kino ist tot, weil jeder über Tablet und Smartphone verfügt." Dem setzte Hamacher entgegen, dass die aktuellen Zahlen eine andere Sprache sprächen. In Deutschland kämen 17 neue Filme pro Woche auf den Markt: "Wer kann das noch alles gucken?"

Gerade auf Leinwand-Festivals würden gute und außergewöhnliche Filme gezeigt, die meist gar nicht in die Kinos kämen. Rolf-Rüdiger Hamacher glaubt, dass ein Kinobesuch immer noch lohnenswert sei: "In einem dunklen Raum sitzen, sich hinterher darüber austauschen, das macht Kino aus. Film bedeutet alles - Harmonie, Humor, Magie, Spannung, Raffinesse, Sinnlichkeit."

Quelle: RP
 
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