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Hückelhoven
Kompromiss zur Fridolino-Erweiterung

Hückelhoven. Nach Gesprächen mit Betreiber und Anliegern ist der Bebauungsplanentwurf für die Indoorspielanlage in Brachelen geändert worden. Er wurde im Fachausschuss vorgestellt. Auf Außenspielfläche und -gastronomie wird verzichtet. Von Angelika Hahn

Viel Resonanz bei Kindern und Familien findet die Indoorspielanlage "Fridolino" in Brachelen, die 2009 in den früheren Ausstellungshallen eines Autohauses an der Linnicher Straße den Betrieb eröffnete und vor rund zwei Jahren Erweiterungsbedarf bei der Stadt anmeldete - und damit auch eine Anpassung der Festsetzungen des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes. Der Betreiber wollte neben der Sanierung des Hallengebäudes die Besucherparkplätze ausdehnen, zudem eine Grün- und Außenspielfläche für die Nutzung in den Sommermonaten anlegen. Auch von Außengastronomie war die Rede.

Die Erweiterungspläne aber stießen auf vehementen Widerstand vieler Anwohner, die sich in Unterschriftenlisten und einem Antrag an die Stadt, den Betreiberwünschen nicht zuzustimmen, niederschlugen. Anschaulich beschrieben die Beschwerdeführer in ihrem Antrag wildes Parken und Lärmbelästigung vor der Halle und aus der Halle vor allem bei besonderen Aktionen in der Spielanlage.

Im Bau- und Umweltausschuss stand das Thema nun wieder auf der Tagesordnung, nachdem die Verwaltung in ausführlichen Gesprächen mit dem Betreiber und den Anliegern nach einem Kompromiss gesucht hat. Der scheint nun gefunden zu sein, wie Planungsamtsleiter Wolfgang Müller-Dick den Ausschussmitgliedern vortrug.

Der Betreiber habe sich bereiterklärt, auf Spielgeräte im Außenbereich zu verzichten und sei mittlerweile auch vom Vorhaben der Außengastronomie abgerückt. Letztere Verwaltungsbotschaft war brandaktuell und abweichend zur Ausschussvorlage, die noch eine Kompromisslösung in Sachen Außengastronomie vorgestellt hatte (Flächenbegrenzung, Verzicht auf Außentheke und Musikanlage). Die Verwaltung will die neue Chance nutzen und Außengastronomie nun per Festsetzung komplett ausschließen, erläuterte Müller-Dick.

Der überarbeitete Bebauungsplanentwurf sieht vor, dass die überbaubare Fläche in Richtung Feldflur für eine Lagerhalle erweitert werden kann, ansonsten sollen zusätzliche Parkmöglichkeiten und eine private Grünfläche ausgewiesen werden. Fürs Parken wurde eine rund 4500 Quadratmeter große Fläche festgesetzt, auf der bis zu 175 Kfz-Parkplätze untergebracht werden können. Begrünte Lärm- und Sichtschutzwälle sollen den Bereich abschotten. Auch der Eingangsbereich soll verlegt werden.

Müller-Dick hatte zuvor in Sachen Lärmbelästigung auch über die Kontrollen des städtischen Ordnungsamtes und der Unteren Immissionsschutzbehörde des Kreises Heinsberg berichtet. Die hätten keinen Anlass zu "behördlichen Beanstandungen" gegeben.

CDU-Fraktionschef Heinz-Josef Kreuzer, als Brachelener mit dem Anlieger-Unmut direkt konfrontiert, sah in den Änderungen eine Möglichkeit, "den Betrieb in erträgliche Bahnen" zu lenken. Er plädierte aber auch dafür, die Entwicklung im Blick zu behalten. Der Ausschuss stimmte abschließend den vorgeschlagenen planungsrechtlichen Änderungen zu, mit denen das Verfahren nun weitergehen kann.

Quelle: RP
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