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Hückelhoven
Künstler gestalten vier Kreisverkehre

Hückelhoven: Künstler gestalten vier Kreisverkehre
FOTO: STADT HÜCKELHOVEN
Hückelhoven. Für die vier Kreisverkehre am Landabsatz hat eine "Kommission Kunstwerke" vier Skulpturen ausgesucht. In ihren Vorschlägen befassten sich die Künstler mit der Stadtentwicklung: gestern und heute, Bergbau und W(H)andel. Von Gabi Laue

Die Kreisverkehre am Landabsatz sollen schöner werden - von der früheren Bergberufsschule über das Fachmarktzentrum bis hinunter zur L 117. Das hatte der Stadtrat bereits im Juni beschlossen, die Entscheidung über die Wahl der Kunstwerke aber dem Kulturausschuss überlassen. Nun steht fest, wer mit der Gestaltung der Kreisverkehre beauftragt wird.

Zwei ganz unterschiedliche Skulpturen wird der aus Ratheim stammende Künstler Gert Jäger herstellen, weitere Entwürfe dürfen Wilfried Kleiber (Erkelenz) und Willi Arlt (Geilenkirchen) verwirklichen. Das will sich die Stadt 200.000 Euro bis zum Jahr 2024 kosten lassen.

Zahlreiche eingereichte Modelle waren zur Sitzung des Kulturausschusses im Dorfgemeinschaftshaus Doveren ausgestellt. Zweimal hatte eine im Frühjahr gebildete Kommission darüber beraten. "Wir hatten elf Künstler aufgefordert, bis zum 27. September ihre Ideen mitzuteilen", berichtete Erster Beigeordneter Helmut Holländer. Zehn Kunstschaffende haben Vorschläge eingereicht.

Über die befand die Kommission unter Vorsitz von Helmut Neußer, dem Vorsitzenden der Künstlervereinigung Canthe, der Bürgermeister Bernd Jansen, Stadtverordnete, die beiden Beigeordneten der Stadt und Kreiskustodin Rita Müllejans-Dickmann vom Begas Haus angehörten. Ziel: das für die Stadt passende Objekt auswählen.

"Drei Stunden haben wir diskutiert", berichtete Helmut Neußer. Alle Künstler wurden in ihrer Werkstatt besucht. Die Auswahl stehe im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen an Kunstwerke im öffentlichen Raum und der Erfordernis, "dass die Bevölkerung leicht verständliche Kunst bevorzugt". Neußer erinnerte an die hitzige Diskussion um den "Barbarastuhl" des Künstlers Lo van der Linden. Schließlich fiel die Wahl auf drei Künstler, die letzte Entscheidung traf noch der Ausschuss.

Den länglich geschwungnen Kreisverkehr an OBI, die "Hantel", wird ab 2018 mittig ein Werk in 13 Tonnen Stahl und Beton von Gert Jäger prägen. Titel: "gestern - heute - morgen oder Die Konstante ist der Wandel". Auf einem Stahlbetonsockel liegen drei gleichformatige Stahlbleche mit sechs Metern Länge, unterschiedlich verformt, am Schwerpunkt aufeinander gelagert. Jägers zweiter Entwurf wird an der L 117 verwirklicht - eine Skulptur in Rosa-Pink mit dem Titel "Stadtmarke Landabsatz - von Ereignissen, Visionen und Historie".

Das Werk besteht aus drei neun Meter hohen konischen Stelen, die mit der breit auslaufenden Seite himmelwärts zeigen und Satzfragmente tragen: "gestern war heute noch morgen", "morgen ist heute schon gestern" und "Futtsack bleibt". Zu letzterem schrieb der Künstler: "Futtsack ist ein aus der Sprache des Bergmanns im Ruhrgebiet und im Aachener Revier stammender Begriff, der auch bei den Bergleuten von Sophia-Jacoba im Gebrauch war.

Eine knifflige Situation, ein Fehler im System, Störfall im Betriebe, immer wenn etwas nicht so läuft, wie es soll, dann heißt es: Da ist Futtsack dran oder da hasse aber wieder ma' Futtsack." Die Redewendung sei aus der Zeit abgeleitet, als Grubenpferde noch Futtersäcke umgehängt bekamen. Wobei Mundartexperten im Landschaftsverband noch streiten, ob es vielleicht eher ein am Hinterteil angehängter Sack war, um Pferdeäpfel aufzufangen.

Für den Kreisel an Decathlon wählte die Kommission ein Modell von Wilfried Kleiber, eine fünf Meter hohe geschwungene Edelstahlskulptur, deren zwei Teile 50 Zentimeter voneinander entfernt stehen. Der Teil der Skulptur, der das "neue" Hückelhoven darstellt, ist geschliffen und poliert, der Teil des "alten" Hückelhoven pulverbeschichtet. Die Darstellung soll symbolisieren: "Ohne das Eine nicht das Andere". Der geschwungene Abstand der beiden Teile stelle das Auf und Ab der Entwicklung und des Aufbaus zwischen der alten und der neuen Stadt Hückelhoven dar.

In den Kreisel Ecke Sophiastraße / ehemalige Bergberufsschule passt nach Überzeugung der Ausschussmitglieder am besten der Entwurf von Willi Arlt, ein "Tor der Veränderung" aus Cortenstahl, durch das die Figur eines Bergmanns aus dem Stollen in die neue Einkaufsstadt schreitet. "Heute ist der Übergang geschafft, und Hückelhoven hat sich zu einer erfolgreichen Geschäftsstadt entwickelt. Diese Geschäfte wurden auf dem Grund der alten Zeche angesiedelt. Nun flanieren die Menschen durch die Geschäftsstraßen, die Abraumhalde und den alten Förderturm im Rücken", schrieb Willi Arlt dazu.

Quelle: RP
 
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