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Hückelhoven
Küppers: "Wir fallen kaum auf"

Hückelhoven. Wohngruppe für 15- bis 17-Jährige zieht nach Hilfarth um. Hier baut die Caritas.

An der Hilfarther Korbmacherstraße wird nach Anwohnerprotest kein Zehn-Parteien-Haus für Flüchtlingsfamilien gebaut (die RP berichtete). Der Plan sei vom Tisch, "politisch tot", wie CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz-Josef Kreutzer sagte. Ein anderes Projekt, in dem Hilfarther "Konfliktpotenzial" sehen, dürfte aber genehmigungsfähig sein: Die Caritas will ein Haus für eine betreute Jugend-Wohngruppe bauen.

Einzelheiten erläuterte Caritas-Geschäftsführer Gottfried Küppers auf Nachfrage. Die stationäre Heimerziehung mit Hauptsitz in Dalheim sei seit vielen Jahren in Außenwohngruppen angesiedelt. Solche gibt es etwa in Randerath, Hückelhoven, Dremmen und Oberbruch. "Seit 20 Jahren leben an der Weimarer Straße in Hückelhoven Jugendliche in zwei Doppelhaushälften mit neun Plätzen", erklärte Küppers. Da der Zuschnitt etwas beengt war, suchte die Caritas etwas Neues. "Wir brauchen neun Schlafzimmer und ein Zimmer für den Betreuer", so Küppers. "Das war auf dem Markt schwierig zu finden, deshalb haben wir uns entschlossen zu bauen." Ein rund 600 Quadratmeter großes Grundstück ist gekauft, hier soll die Hückelhovener Gruppe ein neues Zuhause auf Zeit finden. Mit dem Charakter eines Mehrfamilienhauses - links und rechts je zwei Wohnungen - soll das Gebäude zweigeschossig werden mit mehreren Bädern sowie einem großen Gruppenraum und einer Gemeinschaftsküche. "Wie in einer Familie" sollen die Jungen und Mädchen in der Endphase von Schule oder Ausbildung auf eine Verselbstständigung vorbereitet werden.

Bei Anwohnern hatte das Wort "Schwererziehbare" die Runde gemacht. Man habe selbst kleine Kinder. Wer denn dafür hafte, wenn "etwas passiert"? Es seien Jugendliche, die ihre Probleme mitbringen, aber keine Kriminellen, betonte Gottfried Küppers. "Das sind Jugendliche, die es zu Hause schwer hatten. Wir hatten in der Nachbarschaft noch nie Probleme. Wir fallen kaum auf." Ohne Heimcharakter sollen Jugendliche in der Wohngruppe in familiärer Atmosphäre betreut und auch in den Ort, zum Beispiel in Vereine, integriert werden.

(gala)
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