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Hückelhoven
Kult-Sauerländerin hat Lacher auf ihrer Seite

Hückelhoven: Kult-Sauerländerin hat Lacher auf ihrer Seite
Die Kuriositäten des Alltags und witzige Wortspiele präsentierte Frieda Braun zum Frauentag in Hückelhoven. FOTO: JÜRGEN LAASER
Hückelhoven. Strickjacke zum braunen Kleid, rote Ansteckblume und ein bunter Einkaufsbeutel aus Stoff: So steht Frieda Braun auf der Aula-Bühne. Von Daniela Giess

Die Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Heinsberg hat die schrullig-naive Kult-Sauerländerin eingeladen. Anlass für Frieda Brauns urkomische Stippvisite ist der heutige Internationale Frauentag. Und mit Frieda Braun, die eigentlich Karin Berkenkopf heißt, ist man flott per du: "Sagen Sie ruhig Frieda zu mir. Dann ist es hier schön muckelig." 1997 entstand ihre Bühnenfigur, die einem so sympathisch ist, weil man sich vielleicht selbst in ihr wiedererkennt. Oder jemanden, den man kennt. Wenn Frieda Braun das Burnout-Syndrom erklärt, bleibt kein Auge trocken: "Wenn das Gehirn eine Vollbremsung macht und man nicht mehr weiter arbeiten kann, das ist Björn Aut", erklärt sie mit Kennermiene ihrem Publikum in der voll besetzten Aula.

Als "Frau, die es richtig gemacht hat", lobt sie Beatrix, die ehemalige Königin der Niederlande. Weil sie zurückgetreten ist im Sitzen. Gegenbeispiel: Elizabeth von England. Menschen sind für Karin Berkenkopf, die gelernte Werbetexterin ist, die größte Inspiration für ihre unterhaltsamen Bühnenprogramme, mit denen sie auch schon in TV-Formaten wie "Ladies Night" auf sich aufmerksam machte. Eine Mischung aus Alltagsbeobachtungen und ungewöhnlichen Wortspielen sorgt immer wieder für Gelächter, wenn die Kultfigur auf der Bühne steht. Und so führt die 52-jährige Kabarettistin bei ihrem Gastspiel auch Fine und Otto aus dem sauerländischen Winterberg an, die es im wohl verdienten Ruhestand in die weite Welt verschlägt, selbst nach Leipzig zur Fachmesse Interschutz der Freiwilligen Feuerwehr. Hier gewinnt Fine den ersten Preis bei der großen Tombola und darf an vier von sechs Messetagen die Aussicht vom Drehleiterkorb aus genießen. Die zahlreichen Zuschauerinnen - auch einige Männer sind im Publikum - zollen Frieda Braun begeistert Applaus für ihr aktuelles Programm "Rolle vorwärts".

"Ein tolles Bild, wenn man vor einer so großen Kulisse steht", zeigte sich die stellvertretende Bürgermeisterin Andrea Axer beeindruckt von der starken Resonanz auf die Kabarett-Veranstaltung zum Internationalen Frauentag. Die Frauenfrage sei zurzeit aktuell wie lange nicht. Die Gesellschaft diskutiere die Situation der Frauen hierzulande aktuell sehr stark.

Der Ruf nach einer neuen Frauenbewegung werde laut. "In unserem Land leben Frauen unter unterschiedlichen Bedingungen", machte Axer deutlich. Einen breiten Konsens gebe es in dem Punkt, dass Mädchen einen Beruf erlernen sollten. "Sie erwarten mehr als eine Laufbahn als Hausfrau und Mutter." Mädchen aus Migrantenfamilien hätten unter Zwangsheirat und patriarchalischen Strukturen zu leiden. Obwohl Frauen im Beruf oft benachteiligt seien, sei man auf einem guten Weg, so ihre Feststellung. Dies habe den Ruf nach einer neuen Frauenbewegung laut werden lassen. Gleichberechtigung müsse in den Köpfen stattfinden, sagte Axer und bat, Frauen und Mädchen bei der Entfaltung ihrer Fähigkeiten und Wahrnehmung ihrer Interessen zu unterstützen.

Quelle: RP
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