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Hückelhoven
Laetare! Freude für Hückelhoven

Hückelhoven: Laetare! Freude für Hückelhoven
Pfarrer Georg Kaufmann (Mitte) zog mit dem Seelsorgeteam, Messdienern aus allen neun Pfarren und Schützenabordnungen in St. Lambertus ein. Domkapitular Heiner Schmitz (links) verlas die Ernennungsurkunde. Die zahlreichen Kirchenbesucher spendeten herzlichen Beifall. Solange der Aachener Bischofsstuhl noch vakant ist, bleibt Kaufmann zunächst Pfarradministrator. FOTO: RUTH KLAPPROTH
Hückelhoven. Einen herzlichen Empfang bereiteten Gläubige aus den neun Pfarren der Stadt dem neuen Pfarradministrator, Pfarrer Georg Kaufmann. Zum Hochamt mit Domkapitular Heiner Schmitz war St. Lambertus zum Bersten gefüllt. Von Gabi Laue

Auf dem Altar von St. Lambertus brannten neun große Kerzen, entzündet von Vertretern aller neun Pfarren. Die Gemeinschaft der Gemeinden hat wieder einen Leiter. Gemeindereferentin Brigitta Schelthoff entbot Pfarrer Georg Kaufmann ein herzliches Willkommen zu Beginn in der übervollen Kirche. Den "Laetare"-Sonntag der Fastenzeit, Sonntag der Freude, hatte sich Kaufmann ausgewählt, um den neuen Weg in Hückelhoven anzutreten. Und Freude verbreitete er auf Anhieb - es wurde mehrfach gelacht während des Hochamtes.

"Ein interessanter Mensch", so stellte Domkapitular Heiner Schmitz den Neuen vor. Kaufmann sei vor 26 Jahren im Aachener Dom zum Priester geweiht worden. Nach Kaplanszeit sei er geistlicher Leiter der Katholischen Studierenden Jugend und mehrere Jahre Schulseelsorger gewesen. Seit dem Jahr 2000 war der gebürtige Kölner, der in Mönchengladbach aufwuchs, freigestellt für die Militärseelsorge bei der Marine. "Der Mann ist seefest und hat am Horn von Afrika Piraten gejagt", sagte Schmitz augenzwinkernd. Der Domkapitular drückte auch Dank aus an alle, die in den nicht leichten Jahren für die Pfarren besondere Verantwortung getragen haben. Langer Beifall folgte der Verlesung der Ernennungsurkunde.

Einen Dank an sein neues Team stellte Georg Kaufmann allem voran: "Es ist wichtig, gemeinsam aufzubrechen", und es gebe in den neun Pfarren ganz viele Menschen, die sich engagieren. Der Weg habe ein Ziel: "Jesus Christus, der uns eingeladen hat, das Leben und den Glauben zu teilen". Aus seiner großen Fahrt vor Afrika erzählte Georg Kaufmann in seiner Predigt von dem Bischof von Dschibuti, Giorgio Bertin aus der Ordensgemeinschaft der Franziskaner. Seine Mitbrüder seien in Mogadischu abgeschlachtet worden, er müsse mit Militäreskorte seinen Dienst versehen. "Wir machen uns hier überhaupt keine Vorstellung davon, wie Christen in der Welt Dienst tun", sagte Kaufmann. "Sie arbeiten in Flüchtlingslagern unter permanenter Lebensgefahr und tun das in einer Fröhlichkeit und mit tiefem Glauben, was mich sehr beeindruckt." 2015 habe sich die Zahl der Christen, die für ihren Glauben getötet wurden, verdoppelt. Die Kollekte war für Bischof Bertins Arbeit in Flüchtlingslagern bestimmt.

Neben dem Ernst war seine Predigt mit Anekdoten gespickt. So zitierte er als Gebet "Herr, bewahre uns vor Heiligen mit langen Gesichtern" und löste mit einem Militärwitz Gelächter aus. Es sei wichtig, miteinander zu lachen: "Es geht uns gut, wir haben Grund, dankbar und fröhlich zu sein." Dass allerdings der Weg in der GdG bislang kein leichter war, deutete eine Fürbitte an: Man möge "alle unnötigen Zankereien beiseite legen, damit wir einen guten Weg gehen". Am Schluss dankte Pfarrer Kaufmann allen Mitwirkenden, dem Chor "One of us" sowie Pastor Klaus Jansen (früher Ratheim) und Pastor Abram Esau (Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde) für ihr Kommen.

Lateinisch begann GdG-Ratsvorsitzende Hiltrud Derix ihr Grußwort zum Auftakt des geselligen Beisammenseins in der Kirche. Und übersetzte: "Jubelt in der Stadt alle, die ihr sie liebt. Es ist wahrhaftig ein Tag der Freude für uns alle. Ihre Erfahrung mit Menschen aus verschiedenen Kontinenten wird uns zugute kommen. Ab sofort sind Sie One of us!" Christoph Tetz vom Kirchengemeindeverband fügte an: "In dieser Messe haben Sie mich überzeugt." Hoffnungsfroh äußerten sich auch Kirchenbesucherinnen: "Das wird lustig." Und: "Der passt hier."

Quelle: RP
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