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Hückelhoven
Launiges Wiedersehen nach langer Zeit

Hückelhoven: Launiges Wiedersehen nach langer Zeit
Das Traumpaar der Dorfcomedy: Marc Breuer als Löschmeister Josef Jackels und Christian Macharski in der Rolle von Bauer Hastenraths Will ließen Rurtal-Trio-Klassiker wieder lebendig werden. FOTO: JÖRG KNAPPE
Hückelhoven. Nach acht Jahren Pause feiern "Mahoni" und "Brüh" in der Aula ein fulminantes (einwöchiges) Comeback: Bei der Premiere von "25 Jahre Rurtal Trio" bewiesen sie, warum sie in Sachen Dorfcomedy klar die Nummer eins waren. Von Mario Emonds

Etliche Zuschauer trafen in der Aula gute alte Bekannte, die man lange nicht mehr gesehen hatte und die zum Teil von weit weg angereist waren - das Comeback des Rurtal Trios machte es möglich. Doch nicht nur Besucher feierten ein zünftiges Wiedersehen. Denn auf der Bühne gab's ein Wiedersehen nach acht Jahren mit vielen liebgewonnen Charakteren - allen voran mit den Dorfproleten Fredie Jaspers und Richard Borowka, dem Autohausbesitzer Heribert Oellers und - als wie früher bewährte Nummer vor der Pause - mit "Top Sound". Als charismatischer Frontmann Manni "The Voice" Mertens zog "Brüh" (Marc Breuer) dafür sogar oben herum blank, agierte mit Ganzkörpereinsatz, unterstützt von Gitarrist Didi "Appelkorn" Mevissen ("Mahoni" alias Christian Macharski).

All diese Charaktere lebten seit dem letzten öffentlichen Auftritt des Rurtal Trios 2008 "nur" noch in den Dorfkrimis von Macharski weiter - auf der Bühne waren sie seitdem gemeinsam nicht mehr zu sehen. Was nicht für die beiden Paradefiguren des Rurtal Trios gilt, die natürlich ebenfalls mit von der Partie waren: Als Bauer Hastenraths Will ist Macharski auch solo dauerpräsent, und Breuer mimt seinen Löschmeister Josef Jackels zwar weit seltener, tut's aber eben ab und an auch noch.

Dass die Chemie auch auf der Bühne zwischen den beiden Freunden weiterhin stimmt, bewiesen "Mahoni" und "Brüh" auf alle Fälle nachhaltig. Mit großer Spielfreude kredenzten sie etliche Rurtal-Trio-Klassiker, ließen so Will über das Saeffelbach-Ungeheuer referieren. "Das gibt es nicht in echt, ist aber dafür da, die Saeffelener kleine Kinder pädagogisch zu erziehen, damit die rechtzeitig vom Spielen reinkommen, wenn es dunkel wird", klärte Will auf.

Als Fredie Jaspers lief Mahoni speziell als Sieger eines Fotowettbewerbs zur absoluten Hochform auf. Da regte er sich mächtig über die Kritik eines Lehrers an seiner Preisverleihung auf, ging mit diesem rabiat ins Gericht - als Person im Publikum hatte sich Mahoni dafür in der ersten Reihe ausgerechnet einen realen sehr angesehenen Pädagogen ausgesucht: den Mentor-Vorsitzenden Heinrich Spiegel, den früheren Leiter der Wassenberger Betty-Reis-Gesamtschule. Der nahm Fredies Beschimpfungen und Drohungen aber sichtlich gelassen hin - auch ein wenig zur Erleichterung Macharskis selbst.

Dass dieser die Figuren aus dem Saeffelener Mikrokosmos in seinen Krimis im Laufe der Jahre erheblich weiterentwickelt hat, wurde vor allem nun bei zwei Charakteren deutlich: Fredie Jaspers und Heribert Oellers sind gegenüber den Bühnenfiguren in den Büchern mittlerweile ganz anders angelegt. Fredie ist weit nachdenklicher und weniger prollig als früher, Oellers (Lieblingsfloskel: "Werkstatt und Bürro"), auf der Bühne ein eher schrulliger Charakter, zeigt in den Krimis nun selber ein beachtliches Maß an krimineller Energie, was Betrug am Kunden angeht. Das wird auch in dem im November erscheinenden siebten Krimi "Die Geliebte des Mörders" deutlich - so viel sei vorab verraten.

Und Josef Jackels? Dem scheint in der Zwischenzeit ein relevantes Ehrenamt abhandengekommen zu sein. Denn bei der Aufzählung seiner vielen Tätigkeiten fehlte der Klassiker schlechthin: Körbchenrundgeber in der Kirche. Ob der gute Josef dem nervlich einfach nicht mehr gewachsen war?

Quelle: RP
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