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Hückelhoven
Lebensgefühl von der grünen Insel

Hückelhoven. Woodwind & Steel brachten Kultur und Geschichten aus Irland nach Hilfarth mit. Von Daniela Giess

Zerklüftete Klippen, das satte Grün der Hügel und Felder, die tosende irische See, trinkfeste Einwohner: Das Trio Woodwind & Steel nahm seine Zuhörer im gut besetzten Saal Sodekamp-Dohmen mit auf die grüne Insel. Nur eine Minute dauerte es, bis das Eis gebrochen war und die Besucher begeistert mitklatschten. Ed und Ann O'Casey und Alex Vallon schafften es mühelos, den Festsaal an der Rurbrücke in einen irischen Pub zu verwandeln. Dazu spielten sie Livemitschnitte ein und bedienten sich der landestypischen Instrumente, um näher bekannt zu machen mit der Kultur der grünen Insel.

Ed O'Casey ist nicht nur Musiker und Sänger, sondern auch Geschichtenerzähler. Zwischen den Musikstücken, mal leise und mit ruhigen Klängen, mal mitreißend und temperamentvoll, dann wieder sehnsuchtsvoll und beinahe mystisch, berichtete er in Anekdoten und Geschichten vom tödlich verunglückten Bauarbeiter Tom Finnegan, den Hochprozentiges, versehentlich verschüttet auf seiner eigenen Trauerfeier, wieder zum Leben erweckt ("My wild Irish Rose"). Ann O'Casey erzählte dem Publikum von der atemberaubenden Schönheit des Landes, dessen Landschaft angeblich mit über 40 verschiedenen Grüntönen ausgestattet sei. Sie beherrscht neben Querflöte und der kleinen Tin-Whistle auch die Irish-Wood-Flute.

Ehemann Ed hatte eine irische Bodhrán-Rahmentrommel mitgebracht. Seit 2015 verstärkt Gitarrist Alex Vallon das Ensemble, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, bei seinen Live-Auftritten möglichst viel irisches Lebensgefühl darzustellen. Vallon, Absolvent der Mannheimer Musikakademie, trat schon mit den Söhnen Mannheims und Clueso auf.

Sodekamp-Küchenchef Frank Dohmen hatte sich auf den irischen Abend eingestellt und servierte kleine Köstlichkeiten von der grünen Insel, dazu Guinness-Bier. Auch ernste Töne wurden beim Folkkonzert angeschlagen. Themen wie Armut, Flucht und Unterdrückung seien "topaktuell", so Flötistin Ann O'Casey. Viel Applaus belohnte Woodwind & Steel für den unterhaltsamen Abend mit irischer Lebensfreude.

Quelle: RP
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