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Hückelhoven
Lebensziel: Menschen in Not helfen

Hückelhoven: Lebensziel: Menschen in Not helfen
Im Oktober hatte Sozialamtsleiter Heinz-Josef Schmitz seinen Letzten. Einen Abschied mit "Brimborium" wollte er nicht. Gekommen waren trotzdem viele - mit besten Wünschen für den Ruhestand. Die Ruhe muss sich noch finden. FOTO: LAASER
Hückelhoven. Niemals geht man so ganz. Heinz-Josef Schmitz hat im Oktober die Leitung des Sozialamtes in jüngere Hände gelegt. Im Januar will er - nach Mitgliederentscheid - die Hückelhovener Tafel übernehmen. "Juppi" möchte aktiv bleiben. Von Gabi Laue

45 Jahre Verwaltung, davon fast 28 als Leiter des Sozialamtes, sind für ihn Geschichte: Heinz-Josef Schmitz hat im Rathaus seinen Abschied genommen und wechselt von der Pflicht zur Kür: Soziale Aufgaben will er weiterhin bei den Flüchtlingspaten und der Hückelhovener Tafel erfüllen. "Ich möchte nicht auf Null runterfahren, sondern so lange es geht aktiv bleiben im Helferprozess", sagt er im RP-Gespräch. Denn: "Es ist mein Lebensziel, Menschen in Not zu helfen, in Problemlagen Verbesserungen zu erzielen."

Nannte man ihn "Juppi", war das kein Zeichen von Respektlosigkeit, eher ein Hinweis darauf, dass hier ein Mensch Sozialaufgaben nicht verwaltete, sondern mit Herz anpackte. Dass man ihn auch auf der Straße ansprechen konnte mit kleinen und großen Nöten. Zwei Monate Auszeit hat er sich genommen, private Dinge erledigt, das Haus renoviert, bei schönem Wetter Fahrradausflüge unternommen. "Die ersten Tage habe ich echt kämpfen müssen", sagt er. Aber jetzt zieht es ihn zu neuen Taten. Langeweile findet "Juppi" tödlich. Er freut sich auf jeden Tag. Entscheiden zu können, was zu tun sei und was er seinlassen kann. Und er freut sich mit seiner Frau auf das Enkelkind, das die Tochter Anfang Mai erwartet.

Donnerstags packt er bei der Tafel an, wo er eine neue Aufgabe für sich sieht. "Mein Bestreben ist, Tafel und andere Flüchtlings-Hilfsaktionen zu vernetzen." Stimmt die Mitgliederversammlung im Januar zu, will er von Krimhild Witges die Leitung der Tafel übernehmen. "Mit 80 Ehrenamtlern, die tolle Arbeit leisten, ist das ein kleines wirtschaftliches Unternehmen." Daraus zieht Schmitz Freude: "Wenn man den Dank der Menschen sieht, ist das eine schöne Sache."

Nach Verwaltungslehre und Wehrdienst saß Schmitz vorübergehend in der Wohngeldstelle, dann gab ihm Stadtdirektor Bürger Aufgaben im Sozialamt. "Juppi, Du kannst mit Menschen umgehen", hieß es. Doch die Rotation führte ihn ("gegen meinen Willen") ins Ordnungsamt, über den Tiefbau zur Kämmerei. "Ich war drauf und dran, Kämmerer von Hückelhoven zu werden", erinnert sich Schmitz. Dann fragte ihn Bürger, ob er Leiter des Sozialamtes werden möchte. Seine Frau hat ihn ermutigt, und: "Von heute aus betrachtet, war die Entscheidung zu hundert Prozent richtig." Aussiedler, Asylbewerber, Zechenschließung - die Verantwortung war nicht leicht zu tragen.

Wohnungsbau war sein Steckenpferd. "Hückelhoven braucht locker 300 neue Wohneinheiten, auch bezahlbaren Wohnraum für Ältere." Mitwirkung beim Kindergartenbau gab ihm das gute Gefühl: "Du schaffst hier etwas für Generationen." Wenn er nach Seniorenfahrten den Dank für einen tollen Nachmittag hörte, mit kleinen Dingen Menschen Freude machen oder bei der Integrationsarbeit Leute in Arbeit vermitteln konnte, die selbst keine Perspektive für sich gesehen hatten - davon zehrt er. "Wenn mich Leute auf der Straße ansprechen: Sie haben mir so toll geholfen, da leb' ich von. Da hat sich das ganze Spiel doch gelohnt!"

Quelle: RP
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