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Hückelhoven
Mehr als 20.000 Euro in den Südsudan

Hückelhoven: Mehr als 20.000 Euro in den Südsudan
Der Frauenchor "Augenblick": Die sechs jungen Damen zwischen 22 und 26 Jahren aus Wegberg, Erkelenz und Wassenberg begeistern mit ihrer Stimmenvielfalt und gekonntem mehrstimmigem Gesang. FOTO: JÜRGEN LAASER
Hückelhoven. Erneut erfolgreiches Benefizkonzert des Rotary-Clubs Heinsberg: Humanitäre Hilfe nach einem mitreißenden Konzertabend mit drei bekannten Bands in der Hückelhovener Aula. Pater Pau Vidal berichtete aus Afrika. Von Willi Spichartz

Gutes tun und dabei viel Spaß haben - der Grundsatz funktionierte zum dritten Mal mit Musik in der Hückelhovener Aula unter Organisation des Rotary-Clubs des Kreises. Mit enormem Erfolg: Weit mehr als 20.000 Euro gehen von Hückelhoven aus in den afrikanischen Südsudan, wo seit Jahren ein Bürgerkrieg wütet, Ursache eines Flüchtlingsstroms, in dem sich der Jesuiten-Flüchtlingsdienst humanitär engagiert, der zum dritten Mal den Erlös des Konzerts und Sponsorengelder erhält. Die Jesuiten-Patres Frido Pflüger - Direktor des Jesuitenflüchtlingsdienstes Deutschland und selbst Rotarier - und Pau Vidal genossen am Samstagabend mit mehreren Hundert Gästen die Musik von "Quod Libet", "Augenblick" und "Beets 'n' Berries".

Vor allem um Kinder und Jugendliche kümmert sich der internationale "Jesuit Refugee Service" (JRS) im Südsudan, wie Rotary-Präsident Heinrich Moers eingangs erläuterte, der der Stadt Hückelhoven, den Musikern, den Sponsoren, den jungen Helfern und dem Publikum beim Konzert dankte. Frido Pflüger und Pau Vidal schilderten die Situation der Flüchtlinge in der Welt - 60 Millionen Menschen seien globusweit auf der Flucht, vor allem vor Kriegen, auch vor Hunger und Unterentwicklung. Von denen im Übrigen der weitaus größte Teil in der Nähe der Krisengebiete aufgenommen wird, ein nur geringer Teil nach Europa kommt.

Der gebürtige Spanier Pau Vidal hält sich seit fünf Jahren in Afrika auf, zunächst in Kenia, dann im Südsudan, wo sich zwei Clans im Machtkampf seit 2013 gegenüber stehen - auf vier Millionen beziffert der Jesuit Vidal die Zahl der Flüchtlinge in dem seit 2011 vom Nordsudan unabhängigen Staat, die Loslösung war Ergebnis eines 50-jährigen Bürgerkriegs. Seine Arbeit diene der Menschenwürde, seine Ziele sind Erziehung und Ausbildung von Jugendlichen und auch Behinderten. Das, so der Jesuit, sei bedeutsam für die Nachkriegszeit dort, denn der Aufbau des Landes könne nur mit gut ausgebildeten Menschen gelingen. Man wolle die Hoffnung darauf aufrecht erhalten, das sei zwar schwierig, seine Erfahrung aber sei, dass es im Leben immer auch ein Licht gebe. Und die Aktion und das Konzert des Rotary-Clubs seien ein Licht für diese Arbeit. Pau Vidal versicherte den Besuchern: "Das Geld erreicht die Bedürftigen vor Ort. Kommen Sie uns im Südsudan besuchen!"

In einem fast dreistündigen Programm wurde den Besuchern das geboten, was sie von den regional bekannten Bands Quod Libet, Beets 'n' Berries und den ganz jungen Damen von "Augenblick" erwarten konnten. Riesig Spaß vor und auf der Bühne war das Ergebnis, Beifall und Riesenjubel nach den insgesamt mehr als 20 Stücken - aus dem Häuschen regelrecht das Auditorium mit einer Trampel-Rakete nach einem virtuosen Duett "Toccata for a wild old Lady" von Peter Horton mit Udo Junker an der Gitarre und Kathrin Jentgens mit der Flöte. In der Rhythm-and-Blues-Zugabe "Everybody needs Somebody to Love" schwelgten Musiker und Publikum gemeinsam - alle Menschen brauchen Liebe.

Quelle: RP
 
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