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Hückelhoven
Mit Wanderstock am Wegekreuz

Hückelhoven: Mit Wanderstock am Wegekreuz
Viele liebe Dankesworte und gute Wünsche hörte Ute Errens zu ihrem Abschied. Ihr ehemaliger Kollege Achim Kück (re.) war zum Jahresende durch das Bistum ebenfalls von seinen Aufgaben entpflichtet worden. FOTO: JÖRG KNAPPE
Hückelhoven. Ute Errens wurde am Sonntag in St. Lambertus als Gemeindereferentin verabschiedet. Das Wegekreuz sollte unter anderem zeigen, wie ungewiss die Zukunft noch ist. Wolters (KAB): "Die Art der Entpflichtung ist unbegreiflich". Von Daniela Drüker

Mit einer Andacht zum Bild des Wegekreuzes nahm Ute Errens zusammen mit der Gemeinde in St. Lambertus Abschied als Gemeindereferentin. Zu einer Statio war für Sonntagnachmittag eingeladen, und die Kirche war schon lange vor Beginn brechend voll mit Menschen, die Errens verabschieden und das Beste für ihren neuen Weg wünschen wollten.

Wegekreuze sollen unter anderem Wanderern den Weg weisen. Sie werden aber auch genutzt, um Gefahrenstellen zu markieren oder an jemanden zu erinnern, der nicht mehr da ist. Und so kann das Wegekreuz auch auf die aktuelle Situation von Errens - und auch Achim Kück - übertragen werden. Nachdem die ehemalige Gemeindereferentin zum 1. April vom Bistum Aachen entpflichtet wurde, steht sie nun vor etwas Neuem, Ungewissem. Die Andacht sollte an die vergangenen Jahre mit ihr erinnern und darauf hinweisen, welchen Mehrwert sie für die gesamte Gemeinde habe.

Zu Beginn erinnerte Ute Errens sich an ihren Vater: "Mein Vater war Fußpilger. Jedes Jahr ist er nach Trier gepilgert. Meine Mutter und ich haben ihn dann immer am Wegekreuz von Waldniel empfangen. Heute stehe ich jetzt hier mit seinem Wanderstock und warte darauf, abgeholt zu werden, auf meinem neuen Weg begleitet zu werden." Nach einem gemeinsamen Gebet schloss Errens mit einem Dank an ihre Familie und die Gemeinde sowie einer letzten Metapher: "Ich breche nun auf, meinen Rucksack gepackt mit vielen lieben Briefen und Worten." Anschließend war noch Zeit und Raum für Begegnung und nette Worte an Ute Errens. Und da waren einige, die sich noch einmal bei ihr bedanken wollten. Bernd Wolters, Ratsmitglied in der Gemeinschaft der Gemeinden, machte den Anfang. Nach 26 Jahren "heilvoller Arbeit als Seelsorgerin" könne er die abrupte Entpflichtung von Errens wie viele andere nicht nachvollziehen: "Die Art der Entpflichtung ist für mich nach wie vor unbegreiflich." Wolters beschrieb die Arbeit von Ute Errens als einen ganzheitlichen Ansatz und plauderte aus dem Nähkästchen: "Ich kann mich noch an unzählige Diskussionen mit dir erinnern, in denen es darum ging, wie weit Engagement gehen kann, wenn du mir von Hausbesuchen bei Familien für die Erstkommunion erzählt hast und dich die teilweise prekären Situationen sehr mitgenommen haben. Die Menschen waren dir immer überaus dankbar für deine tatkräftige Unterstützung."

Barbara Knubben und Hildegard Schelhaas bedankten sich im Namen der Frauengemeinschaft für so viel Menschlichkeit: "Danke, dass du so präsent warst und wir dich miterleben durften. Danke für dein Lachen. Dein offenes und herzliches Wesen zeigt, wie Kirche sein sollte!" Weiterhin meldeten sich das Pastoralteam, die regionale Frauenseelsorge und auch die evangelische Kirchengemeinde zu Wort und verabschiedeten sich von der ehemaligen Gemeindereferentin.

Wie auch im April-Pfarrbrief erwähnt, war ein besonderes Anliegen von Ute Errens die Trauerarbeit. Sie hatte während ihrer Amtszeit eine Trauergruppe ins Leben gerufen. Diese wird es vorläufig nicht mehr geben, alle hoffen, dass das Pastoralteam einen Weg finden wird, diese Gruppe weiterzuführen. Das ist aber nicht das Einzige, was noch ungewiss ist, denn wohin der Weg für Ute Errens in Zukunft führt, weiß sie immer noch nicht. Worüber sie sich aber sicher sein kann - das zeigte die rührende Andacht am Sonntag -, die Gemeinde steht weiterhin hinter ihr, sie sei immer herzlich willkommen. Bernd Wolters beendete seine Rede kritisch: "Ute, du kannst die GdG erhobenen Hauptes verlassen, schämen müssen sich andere."

Quelle: RP
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