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Hückelhoven
Moscheegemeinde will Flüchtlingen ein Stück neue Heimat bieten

Hückelhoven. Tiefe Einblicke in das Gemeindeleben und den Islam: Seit 20 Jahren öffnen Moscheen bundesweit ihre Türen am Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober. Auch der Integrations- und Bildungsverein (IBV), der die Gebets- und Begegnungsstätte an der Ludovicistraße in Hückelhoven betreibt, beteiligte sich in diesem Jahr wieder. Von Daniela Giess

Ömer Karadöl ist im Dauereinsatz. Der Öffentlichkeitsreferent der Hückelhovener Moscheegemeinde gönnt sich kaum eine Pause. Unermüdlich führt er Gäste durch das große Haus, erklärt, dass die täglichen fünf Pflichtgebete nach Möglichkeit gemeinsam in der Moschee verrichtet werden sollen und dass die Gebetsnische immer gen Mekka ausgerichtet ist. Im Erdgeschoss befindet sich der Gebetsraum für Männer, im ersten Stock der für Frauen. Die Ausstattung ist gleich: dicke Teppiche, funkelnde Kronleuchter, an den Wänden kunstvoll verzierte blaue Kacheln aus der Türkei.

Oben befinden sich außerdem die Unterrichtsräume für Mädchen, Jungen werden in Schaufenberg an der Jacobastraße betreut. Hier unterhält der IBV zwei weitere Gebäude. "Fußball, Tischtennis, Bodybuilding, Internetraum", zählt Ömer Karadöl das Freizeitangebot für Jungen aus der Moscheegemeinde auf. Auch für die Mädchen gibt es Freizeitaktivitäten. Neben Koranunterricht wird zum Beispiel Hausaufgabenbetreuung angeboten. Ein Fahrdienst holt die Kinder mit dem Gemeindebus ab. Der Pressesprecher telefoniert kurz, im Frauenbereich hinter dem Haus erwartet Meral Kalayci die Besucher. Die Frauen- und Mädchenbeauftragte der Moscheegemeinde führt stolz von Stand zu Stand. Neben Klassikern wie Lahmacun-Pizza werden hier Tiramisu-Torte, Lachs mit Gemüse, Kumpir (Ofenkartoffeln) und Tee serviert. Die Einnahmen sind für die Moschee bestimmt.

"Hidschra - Migration als Herausforderung und Chance" lautete der diesjährige Leitgedanke für den Tag der offenen Moschee. Auch in Hückelhoven sehe man sich in dieser Verantwortung, sagte Karadöl, und habe sich zum Ziel gesetzt, den Flüchtlingen neben Freundschaft auch ein Stück neue Heimat zu bieten.

Quelle: RP
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