| 00.00 Uhr

Hückelhoven
Motiv für sieben Messerstiche noch nicht zu klären

Hückelhoven. Warum ein 21-jähriger Asylbewerber in der Millicher Flüchtlingsunterkunft sieben Mal mit einem Messer auf einen Mitbewohner eingestochen hat, ist auch vier Tage nach der Tat unklar. Zwei Männer aus Bangladesh, die sich nach ersten Ermittlungen schon einige Zeit nicht gut verstanden, waren in der Küche so heftig aneinander geraten, dass der Jüngere auf den 24 Jahre alten Mitbewohner mit einem Messer losging. Der Schwerstverletzte kam unter akuter Lebensgefahr ins Krankenhaus. Sein Zustand hat sich stabilisiert, wie Staatsanwalt Stefan Lingens gestern mitteilte. Er werde den Angriff überleben.

Sein Kontrahent sitzt wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung bei angenommener Fluchtgefahr auf richterlichen Beschluss in Untersuchungshaft und schweigt zum Hergang der Tat. "Der Beschuldigte macht keine Angaben", sagte Lingens. Bisher seien auch keine verwertbaren Hinweise aus den Reihen der übrigen Mitbewohner, die aus zahlreichen Nationen über mehrere Erdteile stammen, eingegangen. Die Bewohner seien bereits mit Hilfe von Dolmetschern alle befragt worden: "Es wurden 30 bis 40 Personen als mögliche Zeugen angehört. Aber nur ganz wenige haben etwas zur Tat sagen können."

(gala)