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Hückelhoven
Musicalabend vor vielen leeren Reihen

Hückelhoven: Musicalabend vor vielen leeren Reihen
John Cashmore auf der Bühne der Hückelhovener Aula in Aktion. Die Hauptrolle des Don Parker im Musical "Gaudi" war seinerzeit für ihn geschrieben worden. FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. "Gaudi meets Gambler" vereinte in einer Show die Ohrwürmer zweier Musicals, die in der Region zwischen Mönchengladbach und Aachen damals ein großes Publikum fanden. In Hückelhoven war die Resonanz jetzt gering. Von Laura Dohmen

Einerseits das Dilemma eines Schriftstellers zwischen Gewinnen, Erfolgen und künstlerischer Freiheit, andererseits ein Casino, das Hinterlist, Täuschung und komplizierte Verwicklungen ans Licht bringt - diese beiden Geschichten scheinen zu weit auseinander zu liegen, als dass man sie in einem Atemzug erwähnen könnte. Die Show "Gaudi meets Gambler" tat mehr als das und kombinierte die beiden Musicals in einen Samstagabend in der Hückelhovener Aula. Dass dieser Spagat gelang, lag vor allem an der harmonierenden Musik der Stücke, die beide aus der Feder des Komponisten Eric Woolfson stammen.

"Gaudi meets Gambler" ist bereits durch verschiedene Städte in der Region getourt, und es folgen weitere Shows in Alsdorf, Mönchengladbach und Würselen. Veranstalter des Projektes ist John Cashmore und damit ein "echtes Original", wie seine Frau Kaybee betonte, die an Organisation und Gesang ebenfalls beteiligt ist. Die Hauptrolle Don Parker in Gaudi wurde eigens für Cashmore geschrieben.

Dass er den Bezug zu dieser Rolle nicht verloren hat, stellte Cashmore in Stücken wie "Closer to Heaven", das er als Solo vortrug, immer wieder unter Beweis. Lediglich die teils unsaubere Akustik der Lautsprecheranlage trübte seine stimmgewaltigen Vorträge. Komplettiert wurde das Sängerensemble von Vanessa Jean Dedmon und Koffi Missah, die während der Show ebenfalls in ganz unterschiedliche Rollen schlüpften. Ein Wechsel der Kostüme und Beleuchtung sowie die Erklärungen durch John Cashmore rückten die Lieder in den jeweiligen Kontext im Stück.

So erzählte er etwa von Don Parkers Lieblingscafé, in dem er im Lied "Standing on Higher Ground" bei einem Glas Milch sitzt. Auch Anekdoten aus der Produktion der Musicals erfuhr das Publikum während der Show. Anders als im Lied "Parca Güell" erwähnt, stünden im gleichnamigen Park in Barcelona etwa gar keine Trauerweiden, erklärte John Cashmore lächelnd, "aber ich habe dem Komponisten gesagt, das passt trotzdem, weil Don Parker ein Träumer ist. Und wir haben es gelassen." Während im ersten Teil vornehmlich Lieder aus Gaudi dargeboten wurden, lag der Schwerpunkt nach der Pause mit Stücken wie "Eye in the Sky", "Limelight" oder "Golden Key" auf dem Musical Gambler.

Anders als in klassischen Musicals erlaubte es der spontane Rahmen der Show den Darstellern, das Publikum direkt mit einzubeziehen. "Wissen sie noch, an der Stelle, als..." war ein häufiger Satz John Cashmores, der oft mit Kopfnicken des Publikums bestätigt wurde. Kaybee bat gar einen Zuschauer zum Tanz auf die Bühne.

Auch wenn die sehr geringe Zuschauerzahl diese Interaktionen sicherlich erleichterte, blieb sie doch ein Wermutstropfen der Veranstaltung.

Quelle: RP
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