| 00.00 Uhr

Hückelhoven
Musikalische Zeitreise durch Filmgeschichte

Hückelhoven. Viel Applaus erntete der Hückelhovener Kammerchor "Altodijo" beim Konzert in der Aula.

Sie zogen alle Register, wollten unter Beweis stellen, dass sie sich nicht nur auf klassische Klänge verstehen: Der Hückelhovener Kammerchor Altodijo - der Name setzt sich zusammen aus den ersten Buchstaben der Vornamen der Gründungsmitglieder Alexandra, Tom, Dieter und Johannes - hatte zu seinem zweiten großen Konzert in die gut gefüllte Aula eingeladen.

Dort nahmen Chorleiter Johannes Fell und sein Ensemble die zahlreichen Zuhörer mit auf eine musikalische Zeitreise durch die Filmgeschichte der vergangenen 86 Jahre.

Rund ein Dreivierteljahr hatte Altodijo eifrig geübt. "Wir haben uns sehr auf den heutigen Abend gefreut", versicherte Fell in der mit Filmplakaten dekorierten Aula. Nachdem man mit der Aufführung der Rossini-Messe, im Jahr 2014 als Projekt verwirklicht, "tief eingetaucht" sei in die Welt der klassischen Musik, stehe diesmal die leichte Musik im Vordergrund, die jedoch keinesfalls als einfach zu verstehen sei, betonte Fell. Er forderte das Hückelhovener Publikum auf, nicht ruhig sitzenzubleiben: "Tanzen Sie ruhig."

Als Moderatoren-Trio traten drei Akteure der Eltern-Theatergruppe "Märchenbengel" in Aktion. Gaby Aglan, Jeanette Münchs und Märchenbengel-Regisseur Rolf Berghofen stellten dabei ihre Wandlungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis, wobei besonders Berghofen bei der Ankündigung des "Time Walk" aus der "Rocky Horror Picture Show" in schwarzer Unterwäsche für viel zustimmenden Applaus sorgte.

Anno 1930 begann die musikalische Zeitreise mit dem bezeichnenden Titel "Eine Tüte Popcorn, bitte" - damals war Werner Richard Heymanns Lied "Ein Freund, ein guter Freund" aus der populären Tonfilm-Operette "Die Drei von der Tankstelle" ein erfolgreicher Gassenhauer. Ganz stilecht in Arbeitsoveralls und mit Benzinkanistern in den Händen stimmten die drei Märchenbengel darauf ein. "Always look on the bright side of life" aus Monty Pythons "Das Leben des Brian", 1970er-Jahre-Disko-Gefühl mit dem "Night Fever" der Bee Gees, "Aquarius" aus dem Hippie-Musical "Hair" und große Disney-Hits wie "König der Löwen" oder "Dschungelbuch" kamen an beim Publikum.

Mit ihren gekonnten Tanzeinlagen zog Silke Tischtau-Schmidt viele bewundernde Blicke auf sich. Die Erkelenzer Tanzlehrerin, die schon mit Detlef D. Soost zusammen arbeitete und 1996 bei der Europameisterschaft sowie Weltmeisterschaft in den lateinamerikanischen Tänzen mit ihrer Formation ganz oben auf dem Siegertreppchen stand, überzeugte unter anderem bei "Singing in the rain" mit ihrer Choreographie mit Regenschirm.

Altodijo-Chorleiter Johannes Fell hatte den bekannten Hilfarther Kinobesitzer und Sodekamp-Chef Heinz Dohmen als Schirmherrn gewonnen. In einer launigen Rede erinnerte sich Dohmen an die Zeit, als er sechs Jahre alt war und seine Eltern den Corso-Filmpalast an der Breite Straße eröffneten. "Kino ist mein Leben", erklärte Dohmen. Allerdings handele es sich dabei um kein leichtes Geschäft. Von den 19 Kinos, die es in den 1960er Jahren in der näheren Umgebung gegeben habe, sei nicht mehr viel übrig. 1978 übernahm er das Hilfarther Kino von den Eltern. "Meine Leidenschaft hat mir dabei geholfen, all die Höhen und Tiefen zu überstehen." Auch in schlechten Zeiten habe er immer weiter technisch aufgerüstet.

(dg)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hückelhoven: Musikalische Zeitreise durch Filmgeschichte


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.