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Hückelhoven
Natur und Traum als Inspirationsquelle

Hückelhoven: Natur und Traum als Inspirationsquelle
Ingo Veltum bei seiner Arbeit im Kleingladbacher Atelier. FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. "Traumfragmente und anderes ..." ist der Titel seiner aktuellen Ausstellung. Die meist intuitiven Bildideen setzt der Künstler Ingo Veltum in Gemälden, Drucken oder Skulpturen um. Ein Atelierbesuch bei Veltum in Kleingladbach. Von Nicole Peters

Nach und nach hatte Künstler Ingo Veltum die Arbeitsbedingungen in seinem Atelier in Kleingladbach verbessert. Aus zwei kleinen Räumen schuf er einen großen und sorgte mit dem Einbau von Oberlicht und Glastür sowie größeren Fenstern für mehr Licht. Somit kann er inzwischen bei durchgängig guten Lichtverhältnissen malen und drucken. Auf der anderen Hofseite befindet sich zusätzlich eine Werkstatt. Der Düsseldorfer Autodidakt, der im Jahr 1994 in den Ort zog und im Haus wohnt und arbeitet, gibt beim RP-Besuch Einblick in seine Arbeitsweise.

"Traumfragmente und anderes ..." lautet der Titel seiner aktuellen Ausstellung in Geilenkirchen. Vielfältig gestaltete Oberflächen und symbolhafte Formen prägen ebenso die Gemälde wie Drucke und Skulpturen. "Im Alltag setzt sich die Bildidee in meinem Kopf fest", beschreibt Veltum den Ausgangspunkt vieler seiner Werke, "die Umsetzung erfolgt oftmals zu einem viel späteren Zeitpunkt." Dann entscheide er, mit welchem Medium sie sich am besten realisieren lasse. Ob es bei einem Werk bleibt oder sich daraus eine Serie entwickelt, weiß er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Bestimmte Elemente wie dreigliedrige Formen oder schemenhafte Figuren tauchen dabei immer wieder auf. Eine dieser Gestalten entspricht einem Traumbild, das beim Künstler in seiner Kindheit immer wiederkehrte.

An Urformen angelehnt ist ein weiteres Motiv. Spannend ist dabei für Ingo Veltum immer auch, wie der Betrachter die Werke interpretiert. Beim Erstellen der Kunst widmet Veltum sich intensiv der Gestaltung der Oberflächen. Beschaffenheiten ähnlich einer stark strukturierten Baumrinde oder eines nach Trockenheit in vielen feinen Rissen aufgesprungenen Bodens geben den Bildern eine naturnahe Komponente.

Nach Materialabtragung im mittleren Bereich trägt er an diesen Stellen angerührte Metallpasten auf, die durch Säurebehandlung oder Umwelteinfluss reagieren. Zur Oberflächengestaltung verwendet Veltum Spachtelmasse, die während des Trocknens einen Schrumpfungsprozess durchläuft und entsprechend in verschiedenartigen Wölbungen und Einschnitten erstarrt. Mit dem Auftrag vieler farbiger Tuscheschichten verleiht der Künstler der Oberfläche eine ganz eigene Leuchtkraft, die je nach Bereich variiert. Auch bei den Skulpturen lohnt genaues Hinschauen. Die scheinbar vollständig aus Bronze oder Eisen hergestellten Werke basieren auf einem Kern aus Polydur.

Durch Sägen oder Flexen erstellt Veltum die Grundform, die er durch Einwirkung von Feuer verdichtet. Anschließendes Spachteln ergibt eine steinähnliche Struktur vor dem Bronzeüberzug. Oder er brennt mit Feuer in die Kanten Unregelmäßigkeiten ein, die nach Bezug mit Eisenmasse und Säureeinwirkung Rostzerfressen aussehen.

Alle Skulpturen kann er bei entsprechendem Auftrag als Gussform benutzen und damit ein massives Einzelstück herstellen, betont Veltum.

Quelle: RP
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