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Hückelhoven
Nervenkitzel und Gruselfaktor auf der Kirmes

Hückelhoven: Nervenkitzel und Gruselfaktor auf der Kirmes
Die Bayern-Wippe ist ein Klassiker bei der Hückelhovener Pfingstkirmes. Heute ergibt sich noch einmal die Gelegenheit, auch dem Geisterdorf noch einen Besuch abzustatten, das zum ersten Mal hier für Nervenkitzel sorgt. FOTO: JÜRGEN LAASER
Hückelhoven. Klassiker wie die Bayern-Wippe und die Neuheit "Geisterdorf" sorgen für Kirmesspaß.

Gleich nach der ersten Kurve kommt der erste Schockmoment: Ein blutverschmierter Zombie taucht plötzlich in der Dunkelheit auf und fasst in Richtung des Wagens. Zum Glück ist der mit Gittern geschützt. Im Hintergrund hört man Schreie. Hier soll man sich nicht wohl fühlen. Ganz und gar nicht. Es ist ein Geisterdorf mitten in Hückelhoven. Zum ersten Mal ist die Geisterbahn der Familie Fellerhoff auf der Hückelhovener Pfingstkirmes rund um Rathaus und Gymnasium.

Die Geisterbahn reiht sich ein unter den verschiedenen Fahrgeschäften. Doch sie hat etwas, das die Krake "Octopussy" mit ihren fünf Armen und den daran baumendeln Gondeln nicht hat. Das auch der fliegende Teppich "1001 Nacht", der seine Mitfahrer bis in die Höhe von 27 Metern schwingt, nicht hat. Oder die Bayernwippe. Es ist der Gruselfaktor. Doch trotz dieses Unterschieds verbindet eins alle Fahrtgeschäfte: Mitfahren kostet Überwindung.

Das sieht auch Willy Fellerhoff so. Der 18-Jährige führt den Schaustellerbetrieb mittlerweile mit seinem Vater und seinen Brüdern in der achten Generation. "Bei den meisten Leuten ist es der Gänsehautmoment", erklärt er, warum die Menschen mit seiner Geisterbahn fahren. Sich rund zwei Minuten freiwillig von 15 Figuren erschrecken lassen wollen, das kostet gleichzeitig Überwindung. Vom Metzger, dem Horrorclown und der Hexe auf einer 100 Meter langen Strecke. Schon draußen vor dem Fahrtgeschäft begrüßen einen die unterschiedlichen Gruselfiguren. Eine verzerrte, tiefe Stimme will Kirmesbesucher anlocken. Bei den Gästen kommt das gut an. "Grusel gehört dazu", sagt Maureen Göbel, die mit ihrem fünfjährigen Sohn und ihrem neunjährigen Neffen gerade aus dem Geisterdorf kommt. "Die Bahn ist gut gemacht. Vor allem für Kinder", sagt Helmut Flashove (56). Während manche ziemlich geschockt aus der Bahn kommen, ist sein Sohn Paul (8) ziemlich gelassen: "Das ist gut gemacht. Aber ich fand es nicht gruselig". Er gehört zu denen, die das Geisterdorf lachend verlassen.

Kirmes ist also auch Grusel. Neben Überwindung. Dazu gehört aber noch mehr: Rund 80 Attraktionen gibt es in diesem Jahr in Hückelhoven. Darunter das Glücksspiel, beim Losen oder am Greifautomaten. Den Geschwindigkeitsrausch auf der Raupenbahn. Und andere Klassiker: Schießstände, Entenangeln, Dosenwerfen und Kinderkarusselle.

Mit der Pfingstkirmes ist Willy Fellerhoff wie die meisten Schausteller übrigens sehr zufrieden. Viele Pfingstkirmessen seien heute längst nicht mehr so groß wie die in Hückelhoven, wo sich ein großes Fahrgeschäft an das nächste reihe. Im nächsten Jahr wiederzukommen, kann er sich deswegen gut vorstellen. Dann können sich die Hückelhovener auch im nächsten Jahr freiwillig gruseln. Die letzte Chance auf Mutproben gibt es heute am Familientag mit vielen Rabatten von 14 bis 21 Uhr.

Höhepunkt des Schützenfestes, das zeitgleich zur Pfingstkirmes stattfand, war der große Festzug durch die Innenstadt am Sonntagnachmittag. Die Schützenbruderschaft vom Heiligsten Sakrament des Altares von 1646, ihr König Klaus II. (Zoch) und ihr Schülerprinz Alexander Pey wurden von den Trommlercorps Leonardo Doveren und Randerath, dem Instrumentalverein Hilfahrt, der HKG Hückelhoven, der Frauengemeinschaft, Feuerwehr und vielen Ehrengästen begleitet.

(anek)
 
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