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Hückelhoven
Neue Kostentarife für Feuerwehreinsatz

Hückelhoven. Für kostenpflichtige Einsätze der Feuerwehr hat Hückelhoven neue Sätze ermittelt. Ein Fehlalarm durch Brandmeldeanlagen wird 495 Euro kosten. Tarife nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen. Von Gabi Laue

Bei einem Brand, einem medizinischen Notfall oder einem "Tier in Not" kommt die Feuerwehr, ohne Kosten für die Beteiligten zu verlangen. Für kostenpflichtige Einsätze, wozu etwa mutwillige oder technisch bedingte Fehlalarme zählen, aber auch das Abstreuen nach Unfällen oder wenn jemand einen Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht hat, hat die Stadt Hückelhoven den Kostensatz jetzt neu kalkuliert.

Basis ist das am 1. Januar in Kraft getretene neue Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Kastastrophenschutz. Mit Einführung des betriebswirtschaftlichen Kostenbegriffs können nun auch kalkulatorische Abschreibungen des gesamten Anlagevermögens in voller Höhe berechnet werden. Unternehmen betrifft eine Neuerung im Katalog, den der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig befürwortete. Kostenersatz wird künftig auch vom Eigentümer eines Industrie- und Gewerbebetriebes verlangt für die bei einem Brand anfallenden Sonderlösch- oder Sondereinsatzmittel.

Was bei einem Einsatz kostenpflichtig ist, kreuzt die Feuerwehr im jeweiligen Einsatzbericht an, erklärte Norbert Houben, der Leiter der Hückelhovener Feuerwehr. "Das Ordnungsamt schickt die Rechnung", sagte er. Bei Verkehrsunfällen bekommt die der Verursacher. Das Industriegebiet Baal ist eine bekannte Adresse für den wiederkehrenden Alarm "Feuer Brandmeldeanlage" - in den meisten Fällen ohne Qualm und Flammen. Die pauschale Forderung von 495 Euro bei Fehlalarm oder vom Sicherheitsdienst ohne Prüfung weitergeleitetem Alarm kommentierte Houben: "Wir haben im Stadtgebiet über 50 Brandmeldeanlagen, und nicht alle müssen wir mehrfach im Jahr anfahren. Vielleicht ist die Kostenpauschale ein Anreiz für Betreiber, ihre Anlagen warten zu lassen." Wenn nachweisbar ist, dass der Feuerwehrnotruf zum Scherz gewählt wurde, kostet auch das 495 Euro.

Nichts zahlen muss der Anrufer bei Fällen wie dem vom 7. August in Ratheim: Die Einsatzkräfte wurden alarmiert, weil eine Katze im Keller zwischen einem Heizöltank und einer Mauer eingeklemmt war. Es wurde ein Loch geschaffen, ein Öltank beiseitegeschoben und die Katze befreit.

Ende Juli hatte die Feuerwehr in Baal zwei streunende Jungkatzen eingefangen und zum Tierarzt gebracht, Mitte Juli in Doveren einen Vogel, der in einem Kamin eingeschlossen war, aus seiner misslichen Lage befreit sowie am Adolfosee einen Schwan gerettet, der sich in einer Angelschnur verfangen hatte. "Tier in Not" hieß es auch am 30. August: Die Feuerwehr wurde gerufen, weil eine Katze unter einer Einbauküche eingeklemmt war. Die Sockelleiste wurde entfernt und die Katze befreit.

Bei solchen Notrufen helfen die Blauröcke gern. Besonders dringend ist Hilfe, wenn hinter verschlossenen Türen hilflose Personen vermutet werden. "Nicht immer ist unser Einsatz dann vergebens", berichtet Norbert Houben, "wir haben auch schon Menschen gefunden, denen geholfen werden konnte."

Quelle: RP
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