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Hückelhoven
Neuer Antrag zur Sanierung des Schachtgerüsts

Hückelhoven: Neuer Antrag zur Sanierung des Schachtgerüsts
Förderturm des früheren Schachts 3. FOTO: Laaser (Archiv)
Hückelhoven. Schachtverein hoffte bei seiner Jahresversammlung, dass das Land die Finanzierung unterstützt. Von Willi Spichartz

"Wenn der Turm im Ruhrgebiet stünde, wären wir schon lange bei der Arbeit!" Das sagte jemand, der es wissen muss: Horst Heinrichs, für das Denkmal-Schachtgerüst 3 der ehemaligen Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven zuständiger Vertreter der Stiftung Industriedenkmalpflege NRW, dem "Dach" von 13 Denkmälern aus dem Montanbereich, vorwiegend natürlich im Ruhrgebiet.

Ein vorbereiteter Neu-Antrag zur Finanzierung der Sanierung soll zeitnah gestellt werden, der dafür zuständige Landesminister Michael Groscheck will noch vor den Sommerferien nach Hückelhoven kommen. Der Vorsitzende des Vereins Schacht 3, Detlev Stab, und Bürgermeister Bernd Jansen hoffen, dass der Minister die drei Millionen Euro Sanierungskosten im Portemonnaie hat.

Und nicht nur die hoffen, auch die gut 70 zur Jahreshauptversammlung des Fördervereins Schacht 3 im Maschinenhaus erschienenen Mitglieder zeigten deutlich, dass sie eine Sanierung für überfällig halten.

Vereinskassierer Kajo Heinrichs legte der Versammlung eine solide Bilanz der Finanzen vor, musste allerdings referieren, dass man im vergangenen Jahr eine größere Zahl an Mitgliedern verloren habe - Ursache dafür ist die Verkleinerung des Schachtgeländes durch den Bau des Sporthauses Decathlon, womit der riesige Trödelmarkt des Vereins verkleinert werden musste. Verlassen haben den Verein Trödler, die keinen Platz auf dem Markt mehr bekommen haben.

Geschäftsführer Reinhard Prüfer belegte mit Zahlen, dass der Förderverein weiter erfolgreich ist - 2015 empfing das Besucherbergwerk 77 Gruppen zu Führungen, an denen 2476 Interessenten teilnahmen. Darunter 498 Kinder aus Schulen und Kindergärten. Allein 1218 Arbeitsschichten haben die Mitarbeiter 2015 jeweils donnerstags geleistet. Vorsitzender Detlev Stab listete eine ganze Reihe von Investitionen des Vereins auf, die der Sanierung und der öffentlichen Darstellung des Denkmals mit Hilfe der Stiftung dienen. Der zum Verein gehörende Schachtchor legt neben einer ganzen Reihe von Konzerten im Herbst eine Weihnachts-CD auf.

Bürgermeister Bernd Jansen würdigte die Zusammenarbeit mit dem Förderverein, die zum Vorteil der Stadt gereiche. Vorteilhaft für alle Beteiligten sei beispielsweise der Umstand, dass die Stadt praktisch das ganze Schachtgelände sowie die Schaufenberger und die Millicher Halde habe erwerben können, so dass Planungen, wie für die Veranstaltungsarena, nun aus einem Guss gestaltet werden können.

Aus einem Guss sollen auch die vier Kreisverkehre an der Straße Am Landabsatz künstlerisch gestaltet werden. Dem von Detlev Stab ausgedrückten Wunsch, dass der an der Sophiastraße liegende Kreisel als Hinweis auf die frühere Bergberufsschule mit einem bergmännischen Motiv ausgestattet werden soll, räumt der Bürgermeister gute Chancen ein. Immobilien-Investor Burkhard Theyssen, der das Bergberufsschulgelände gekauft und entwickelt hat, hat laut Jansen eine Mitfinanzierung zugesagt.

Quelle: RP
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