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Hückelhoven
Ortsgeschichte lebendig vermittelt

Hückelhoven. Erzählabende des Heimatvereins-Arbeitskreises in Baal und Doveren zogen 90 Interessierte an. Referate und lebhafte Diskussionen mit Teilnehmern.

Es gibt viel zu erzählen. Und zu sehen. Das wurde nun wieder deutlich bei den Erzählabenden des Arbeitskreises Hückelhoven (Heimat-AK Hückelhoven) im Heimatverein der Erkelenzer Lande in Baal und in Doveren. In Baal konnte Heimat-AK-Leiter Willi Spichartz 65 Interessierte begrüßen, in der Doverener Mühle 25.

In Baal, wo der Männertreff der katholischen Pfarrgemeinde mit dem Leiter Hubert Weitz und Heimat-AK-Mitarbeiter Heinz Everts die Haupt-Organisation übernommen hatte, gab Spichartz eine Einführung in die Geschichte. Baal ist mit seiner urkundlichen Ersterwähnung aus dem Jahr 893 der älteste Ort im Stadtgebiet Hückelhoven und der drittälteste im Kreis Heinsberg. Bedeutung hatte Baal auch ab 1884 für die industrielle Entwicklung der späteren Stadt Hückelhoven, indem der Steinkohlen-Bergbau-Pionier Friedrich Honigmann erste Versuchsbohrungen wegen der Bahnstrecke Mönchengladbach-Aachen bei dem Ort niederbrachte. Heute zählt Baal 3800 Einwohner.

In mehr als zweieinhalb Stunden wurde Baal beleuchtet in ernsten und heiteren Beiträgen, unter anderem vom ehemaligen Ratsherrn Walter Dohmen aus der Mitte der Teilnehmer, unter denen auch eine Reihe jüngerer Menschen zuhörte. Geschichten aus der Schule, Erläuterungen von Straßennamen, Kriegsereignisse wurden teils in Foto und Film auf die Großleinwand geworfen, immer wieder auch Anregungen für weitere Geschichten bildend. Die Fotos wurden dem Heimat-AK Hückelhoven vom Stadtarchiv zur Verfügung gestellt. Besonders interessant eine Ortschronik von 1928, die Männertreff-Mitarbeiter Heinz Weitz gefunden hatte. Interessant auch deswegen, weil darin die Einwohnerzahl mit 1100 angegeben wurde, "1035 Katholiken, 60 Evangelische und fünf Israeliten", und die urkundliche Ersterwähnung auf das Jahr 1140 datiert war. Mehrere Anwesende versprachen, sich weiter um die Geschichte Baals und die Pflege alter Dokumente zu kümmern.

In der Doverener Mühle zeigten Spichartz und der Doverener Geschichtsforscher Frank Körfer in rund 100 Historien- und Stimmungsfotos (meist vom Stadtarchiv), Personen, Landschaften, Gebäude und Ereignisse mit Bedeutung für Doveren (heute rund 3000 Einwohner), das bis 1935 auch Verwaltungszentrum für Hückelhoven war. Mehr als drei Stunden dauerte die Veranstaltung, zu der auch der über 80-jährige Heimatkundler Willy Bleilevens gekommen war.

Mit dem 1848 geborenen Hermann-Josef Mackenstein stammte einer der besten und bekanntesten Foto-Apparate-Hersteller aus Doveren, der sein Geschäft in Paris begründete und vor allem für seine Stereo-Fotogeräte bekannt wurde, dessen Produkte noch heute auf Auktionen ihre Abnehmer finden.

Doveren hat nah am Wasser gebaut - zwei Bäche treffen sich am "Deutschen Eck" unweit der Doverener Mühle, der Doverener und Doverhahner Bach am Dammweg. Sie sind wohl auch für den Ortsnamen verantwortlich, der vom keltischen Dubra, dem Begriff für Wasser, abstammt und zunächst von den Römern nach Dubris verändert und später bis zur heutigen Form weiterentwickelt wurde. Die englische Küstenstadt Dover hat den gleichen Namensweg genommen - sie gratulierte Doveren auch 1978 zur 800-Jahr-Feier der Ortes.

Quelle: RP
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