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Hückelhoven
Packendes Schülertheater

Hückelhoven. Literaturkurs 2 des Gymnasiums spielte Walter Jens' Antiken-Nachdichtung. Von Daniela Giess

Eine beklemmende Inszenierung, die unter die Haut geht: Der von Peter Rohe geleitete Literaturkurs 2 des Gymnasiums hat sich eindrucksvoll mit Walter Jens' mahnender Nachdichtung der antiken Euripides-Tragödie "Die Troerinnen" auseinandergesetzt, die ihre Aktualität nicht eingebüßt hat. Im voll besetzten C-Gebäude der Schule feierten die Schülerinnen und Schüler mit "Doch es ward Finsternis" eine gelungene Premiere, die gleichzeitig nachdenklich stimmte. Sie entführten dabei nach Troja, das nach zehnjährigem Krieg in Schutt und Asche liegt. Peter Rohe hatte den Text für seine Schüler bearbeitet.

Poseidon (dargestellt von Shawn Liebeton, Jannis Tölle und Werner Zoch) erscheint im Fußballdress, mit Taucherbrille und Schwimmflossen, einen Einkaufswagen mit seinen Habseligkeiten vor sich herschiebend, und dankt endgültig ab. Denn die Welt der Menschen entgleitet ihm.

Mit Schiffen und Torpedos durchpflügen sie sein Meeresreich. Alle Männer aus Troja sind tot. Übrig geblieben sind nur die Frauen, die in einem provisorischen Lager eingesperrt sind. Um die blutigen Metzeleien und Kriegsgräuel besser zu verdeutlichen, hatten die jungen Akteure den Schauplatz des zeitlosen Antikriegsstücks sogar für eine Szene auf das angrenzende Schulgelände verlegt. Die Besucher der Aufführung erleben mit, wie blutige Hände über die Fensterfront des C-Gebäudes gleiten, hören Maschinengewehre, sehen bewaffnete Darsteller in Bundeswehr-Tarnkleidung. Hekabe, Königin von Troja (Mina Komischke, Paula Neuefeind), und ihre Leidensgenossinnen beklagen ihr Schicksal. Die Todesnachrichten häufen sich, es gibt keine Hoffnung mehr. Menelaos, Bruder des Sparta-Königs Agamemnon (Ramin Kargar Kashfi, Yannik Rubach), ist gekränkt, weil seine Ehefrau Helena (Jil Schopphoven, Valeria Ziemek) ihn betrogen hat - er sieht den Zeitpunkt seiner Rache gekommen, Helena soll qualvoll sterben.

Weitere Aufführungen finden statt heute sowie morgen, Mittwoch, jeweils um 20.30 Uhr. Eintrittskarten zum Preis von vier Euro (ermäßigt 2,50 Euro) sind im Sekretariat des Gymnasiums erhältlich.

Quelle: RP
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