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Hückelhoven
Pflege - Gesund und zufrieden bis zur Rente arbeiten

Hückelhoven. Die St. Gereon Seniorendienste beteiligen sich am vom Bund geförderten Forschungsprojekt "Pflege Prävention 4.0.". Von Angelika Hahn

Die hohen Belastungen in der Altenpflege, verbunden mit einer relativ kurzen Verweildauer im Beruf, macht den Fachleuen seit längerem Kopfzerbrechen. Die Fluktuation ist hier sehr viel größer als in vielen anderen Berufen. Wie lässt sich der Arbeitsalltag in der Pflege, wie lassen sich die Anforderungen besser mit den Bedürfnissen der Mitarbeiter vereinbaren, so dass sie gesund und zufrieden möglichst lange im Beruf bleiben? Und wie lässt sich also der Beruf in Zeiten des immer deutlicher werden Fachkräftmangels für junge Menschen attraktiver machen? - Vor dem Hintergrund dieser Problematik ist ein neues Forschungsprojekt zu sehen, an dem sich die Alten- und Pflegeeinrichtungen St. Gereon beteiligen. "Wir erhoffen uns von den Projektpartnern wichtige Anstöße und werden auch über die Grenzen hinausschauen und fragen: Was machen etwa die viel gelobten Dänen in der Altenpflege besser als wir, wovon können wir lernen", sagte Bernd Bogert, Geschäftsführer der St. Gereon Seniorendienste, im RP-Gespräch.

Der Anlass: Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), überreichte jetzt in Anwesenheit des CDU-Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers aus Heinsberg und des Erkelenzer CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Gerd Hachen die Förderzusage für das Forschungsprojekt "Pflege Prävention 4.0". Das BMBF unterstützt das Vorhaben mit rund 1,06 Millionen Euro. Partner des Forschungsvorhabens sind neben St. Gereon die Deutsche Angestellten Akademie Ostwestfalen-Lippe, das Deutsche Institut für Angewandte Pflegeforschung, die MA&T Sell & Partner GmbH sowie das Regionalzentrum West der Johanniter Seniorenhäuser.

Rachel: "Wir werden in Deutschland zukünftig noch deutlich mehr Fachkräfte in der Pflegebranche brauchen als bisher. Die Attraktivität der Pflegeberufe zu steigern und gleichzeitig Konzepte zu entwickeln, wie Menschen in Pflegeberufen selber gesund bis zu Rente arbeiten können, ist von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Hier setzt das Vorhaben Pflege Prävention 4.0 an. Wegweisende Konzepte für die Gesundheitsprävention und Arbeitsgestaltung in der Pflege sollen erarbeitet werden." In dem Projekt werden sich Altenpfleger(innen) von der Ausbildung bis zum Berufsende mit der eigenen Gesundheit und Arbeitsfähigkeit auseinandersetzen und beispielhaft mit den Wissenschaftspartnern ein Modell der Gesundheitsprävention erarbeiten.

Wie Bogert im RP-Gespräch erläuterte, wird zu Beginn eine Analyse steten. Mitarbeiter werden auf Fragebögen ihre Arbeitssituation bewerten und Anliegen zur Sprache bringen. Immer wieder, so Bogert, wird etwa mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten und Tätigkeiten gefordert. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei ebenfalls ein wichtiges Anliegen vieler weiblicher Pflegekräfte. "Junge Mütter haben andere Bedürfnisse als ältere Pflegekräfte, deren Erfahrung im Pflegealltag wir aber auch nicht missen möchten", sagt Bogert. Das deutsche Institut für Pflegewissenschaften wird das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt begleiten.

Quelle: RP
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