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Hückelhoven
Pflegekräfte unterrichten vor Praktikum

Hückelhoven: Pflegekräfte unterrichten vor Praktikum
Pflege-Fachbücher und Schaubilder zu Erkrankungen sind nicht bloß graue Theorie. Auch die Praxis im Pflege-Alltag lernen die Jungen und Mädchen kennen. FOTO: HAUPTSCHULE
Hückelhoven. Care 4 Future - eine Kooperation mit Zukunft haben die Ganztagshauptschule Hückelhoven und die St. Gereon Seniorendienste mit einem besonderen Unterrichtsfach begründet. Schüler schnuppern in Pflegeberuf hinein. Von Gabi Laue

Schüler lernen einen Beruf "von innen" kennen, ein Pflegeheim schaut sich mögliche spätere Auszubildende an - eine zukunftsträchtige Zusammenarbeit haben Hauptschule In der Schlee und die Brachelener St. Gereon Pflegedienste begonnen. In einem speziell eingeführten Unterrichtsfach im Wahlpflichtunterricht können Jugendliche in Zusammenarbeit mit St. Gereon in ihren künftigen Pflegeberuf hineinschnuppern.

"Pflegeberufe werden durch die sich verändernde Altersstruktur der Gesellschaft zunehmend gefragt. Daher muss es im Interesse aller Beteiligten sein, interessierte Menschen für das Erlernen der Pflegeberufe zu begeistern", erklärt Lehrer Heinz Giesen. "Jungen Menschen soll das Berufsfeld näher gebracht werden. Durch die Vernetzung von Schulen und Wirkungsstätte wird es möglich, jungen potentiellen Schulabgängern frühzeitig positive Erfahrungen zu vermitteln."

Da es gerade für dieses Berufsfeld wichtig ist herauszufinden, ob auch die nötige Eignung und Kompetenz vorhanden sind, sind Schule und Ausbildungsbetriebe gefordert, neue Wege zu beschreiten. Denn die Altenpflege ist ein anspruchsvoller Sozialberuf, der vor allem soziale Kompetenzen erfordert: kommunikative Fähigkeiten, Empathie mit den zu betreuenden Menschen, Freundlichkeit und Verlässlichkeit. Wer darüber verfügt, hat einen wichtigen Schritt zum Erlernen des Berufes getan.

Im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts (WPU) "Soziales - Pflege - Gesundheit" an der Hauptschule In der Schlee in Hückelhoven erhalten interessierte Schüler aus der Stufe 9 einmal in der Woche in einer Schulstunde umfassende Einblicke in das Tätigkeitsfeld der Pflege. Dafür kommen Pflegekräfte von St. Gereon an die Schule, die den Unterricht übernehmen, unterstützt durch Auszubildende im dritten Lehrjahr. Mit den Projektbeauftragten planen sie den Unterricht und führen ihn durch. Eine Koordinatorin der Hauptschule betreut das Projekt von Seiten der Schule, die zuvor interessierte Schüler ermittelt und ausgewählt hat. Die Schüler erfahren dabei vor allem die Praxiswelt der Ausbildung und der Berufswelt, was ein unschätzbarer Vorteil ist. Denn sie erfahren, was "wirklich" im Beruf und bei der Ausbildung auf sie zukommen wird. Die Einbindung von Auszubildenden hat den Vorteil, dass die Behandlung des Themas nicht "von oben herab" erfolgt, sondern von Menschen begleitet wird, die gerade noch Schüler waren und die Sorgen und Fragen der Neuntklässler noch kennen.

Im zweiten Halbjahr wird es dann konkret: Die Schüler gehen alle zwei Wochen für zwei bis drei Stunden ins Praktikum in St. Gereon in Brachelen. Sie gehen in Wohngruppen und werden dort betreut und angeleitet von der Projektleiterin und Altenpflegerinnen. Beide Seiten profitieren sehr von diesem Projekt: Die Schüler bekommen schon vor ihrer Ausbildungszeit die Gewissheit, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, und sie gehen bei der Berufswahl kein Risiko ein. Auf der anderen Seite kann St. Gereon davon profitieren, schon im Vorfeld mögliche Anwärter für Ausbildungsplätze zu kennen, bei denen man sicher kein kann, dass sie auch eine Eignung für diesen Beruf haben.

Quelle: RP
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