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Hückelhoven
Preisträger stützen die Zechen-Tradition

Hückelhoven: Preisträger stützen die Zechen-Tradition
Detlef Stab (l.) überreicht den Gläsernen Schacht an Monika Schmitz-Schibbe, Vorsitzende der Werbegemeinschaft, und Stadtmarketing-Chef Holger Loogen. FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. Der "Gläserne Schacht" des Fördervereins Schacht 3 geht in diesem Jahr an die Hückelhovener Werbegemeinschaft und das Amt für Stadtmarketing. Die Preisträger hätten nicht vergessen, welche Bedeutung die Zeche für die Stadt hatte. Von Daniela Giess

Eine ganz besondere Anerkennung für die fleißigen Helfer, die ehrenamtlich am Schacht mitarbeiten. Aber auch Außenstehende, die die Arbeit des Fördervereins Schacht 3 unterstützen, werden seit 2009 mit dem Gläsernen Schacht ausgezeichnet.

Diesmal bedankten sich Vorsitzender Detlef Stab und die Ehrenamtlichen seiner "Rentnerbrigade" bei der Hückelhovener Werbegemeinschaft, deren Vorsitzende Monika Schmitz-Schibbe den Gläsernen Schacht gemeinsam mit ihrem langjährigen Vorgänger Ralf Sester entgegennahm. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit mit dem Amt für Kultur und Stadtmarketing gewürdigt. Stadtmarketing-Chef Holger Loogen brachte seinen Mitarbeiter Romulus Timar zur offiziellen Feierstunde mit in den Barbarastollen.

"Wir wollen uns bei den Menschen bedanken, die uns von außen sehr unterstützen und nachhaltig zu uns stehen", betonte Stab in seiner Ansprache. Mit dem Gläsernen Schacht habe man "mehr als ein schönes Geschenk gefunden".

Das Ziel, zur attraktiven Einkaufsstadt zu werden, in der der Wandel als Chance aufgefasst werde, habe sich nur realisieren lassen, indem Einzelhandel, Werbegemeinschaft, das Amt für Kultur und Stadtmarketing, Investoren, Politik und Verwaltung "gemeinsam an einem Strang in die richtige Richtung gezogen" hätten, so Stab. Beide Preisträger hätten nicht vergessen, welche Bedeutung die Zeche Sophia-Jacoba für die Stadt habe.

Es sei "schön zu wissen, dass auch nach der Zechenschließung die Bergbautradition aufrecht erhalten wird". Besonders bei der Planung und Durchführung der 100-Jahr-Feier für das 1997 stillgelegte Bergwerk in der Aula wolle man Loogen und seinen Mitarbeitern danken. Stab wörtlich: "Es wird immer wichtiger, die gute Zusammenarbeit zu erhalten und weiter auszubauen. Städte müssen für die Menschen da sein und ihnen etwas bieten."

Die ehemalige Zechenstadt habe viel zu bieten, etwa das Cityfest, den Biermarkt oder das Streetfood-Festival. Der Handel sei gut aufgestellt, jedoch sei das Internet zur großen Konkurrenz geworden. Kunden müssten sich wohlfühlen, die Lust am Einkaufen dürfe nicht verlorengehen. Mit gutem Service, Freundlichkeit sowie hervorragender Beratung könne der Einzelhandel punkten. Das Amt für Kultur und Stadtmarketing, Werbegemeinschaft und der Förderverein Schacht 3 hätten gemeinsam "die spannende Aufgabe, den Menschen etwas zu bieten, damit sie glücklich und froh sind, in Hückelhoven zu wohnen", betonte Stab.

Der Vereinsvorsitzende erinnerte an den schmerzhaften Moment vor genau 25 Jahren, als die streikenden Kumpel in der Aachener St. Michaelskirche die Nachricht vom Aus für "ihre" Zeche Sophia-Jacoba hinnehmen mussten. Wut auf die Politiker, die dem Pütt den Todesstoß verpassten, Angst vor einer ungewissen Zukunft, ein Gefühl der Ohnmacht - so fasste Stab die Erinnerung an den Schicksalstag zusammen.

Im Barbarastollen an Schacht 3 werde man nach 20 Jahren am 27. März 2017 der Stilllegung gedenken. Stab kündigte an, künftig nur noch drei Trödelmärkte sowie vier Tage der offenen Tür pro Jahr durchzuführen, da die Vereinsmitglieder aufgrund ihres Alters nicht mehr aus dem Vollen schöpfen könnten. Deshalb habe der Vorstand beschlossen, die Kräfte bündeln zu wollen. Einschränkungen werde es auch beim Weihnachtsmarkt und Cityfest geben.

Mit Liedern des Schachtchors unter der Leitung von Hermann-Josef Brack, rheinischem Sauerbraten und Partyspielen wurde ein geselliger Abend im Barbarastollen verbracht.

Quelle: RP
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