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Hückelhoven
Quartier Sophia-Jacoba aufwerten

Hückelhoven: Quartier Sophia-Jacoba aufwerten
Der Untersuchungsraum des Integrierten Handlungskonzeptes umfasst vier Bereiche: Millicher Halde, das frühere Zechengelände, den Siedlungsbereich (re.) sowie dahinter im Nordosten das Schulgelände In der Schlee. FOTO: JÜRGEN LAASER (aRCHIV)
Hückelhoven. Für Hückelhoven sind Förderanträge zur Entwicklung des Geländes zwischen der Millicher Halde und der Hauptschule In der Schlee auf dem Weg. Die Verwaltung legt eine "Gebietskulisse Sophia-Jacoba" fest. Etatmittel stehen bereit. Von Gabi Laue

Was die Hückelhovener in der alten Bergmannssiedlung gegenüber von Schacht 3 brauchen: einen Spielplatz, WLAN und eine höhere DSL-Rate, eine Reaktivierung der Gartenstadt, günstigen Wohnraum, ein Kultur-und Begegnungszentrum. Ihre Ideen für mehr Nachbarschaft: Picknick im Quartier, Angebote für Senioren und speziell für Frauen, ein interkultureller Garten. Anregungen aus den Reihen der Bewohner kamen viele beim Aktionstag, ein Integriertes Handlungskonzept konkret werden zu lassen. Das war Ende Mai. Jetzt ist der Prozess ein gutes Stück weiter gediehen. Der Stadtrat hat das Integrierte Handlungskonzept beschlossen und der Verwaltung einen Arbeitsauftrag gegeben: Sie soll die "Gebietskulisse Sophia-Jacoba" festlegen und dem Konzept entsprechende städtebauliche und energetische Fördermittel beantragen.

Schon im April hatte der Rat beschlossen, zur Aufwertung des Geländes rund um den alten Förderturm ein Handlungskonzept in Auftrag zu geben. Das Aachener Planungsbüro MWM machte sich an die Arbeit, untersuchte, wie das kulturhistorische Erbe der Fläche erhalten, städtebaulich aufgewertet und die Aufenthaltsqualität bis hinauf zur Hauptschule In der Schlee attraktiver gestaltet werden kann. Auch energetische und soziale Themenfelder wurden in den Blick genommen. Bei Bürger-Informationsveranstaltungen und einem Workshop wurden Anregungen und Wünsche aufgenommen, um Ziele für das Gebiet Sophia-Jacoba zu entwickeln. Erste Maßnahmen für die Zukunft wurden im September dem Bauausschuss und in einem Bürgerforum den Bewohnern der Siedlung vorgestellt. Und die ersten Ziele sollen nun umgesetzt werden. Haushalts-Eigenmittel seien dafür in den nächsten Jahren gesichert, unterstrich die Verwaltung im Rat.

Eine missverständliche Formulierung hatte Hans Meißner (SPD) in dem Konzept gefunden: "Auch ist es Ziel, die Wohnbebauung zu erneuern." Das konkretisierte Bernd Niedermeier von der Planungsgruppe MWM: "Es geht darum, den Wohnwert im Bestand zu erneuern."

Wie Technischer Beigeordneter Achim Ortmanns versicherte, wolle die Verwaltung VivaWest, Eigentümerin vieler Häuser, in den Prozess einbinden. "Wenn eine Häuserzeile leer steht, wollen wir uns um Fördermittel bemühen, damit modernisiert werden kann." Es habe auch Kritik aus der Bevölkerung gegeben, so der Beigeordnete, was Sauberkeit, Heckenschnitt und Grünpflege angeht. "Wir haben jetzt sieben bis acht Jahre Zeit, um einzelne Punkte abzuarbeiten", gab er einen Zeitrahmen vor.

Die Verwaltung will nun eine grobe Kostenschätzung erstellen, so Ortmanns, "damit das Land weiß: Diese Punkte könnten in Hückelhoven verwirklicht werden." Die Maßnahmen müsse man jedes Jahr neu anmelden. Auch über Reserven für Baugebiete wird nachgedacht. In den Siedlungsstraßen sieht der Planer für Neubauten keine Möglichkeiten, allenfalls am Rande des Wadenbergs, Am alten Flöz oder an der ehemaligen Zechen-Sauna. "Über dieses Konzept wollen wir eine Standortsicherung und Aufwertung betreiben", fasste Bernd Niedermeier die Ziele zusammen. Und das will auch der Stadtrat, der einstimmig das Integrierte Handlungskonzept nach dem Stand vom 6. Oktober - ein Werk von mehr als 160 Seiten - beschloss.

Quelle: RP
 
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