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Hückelhoven
Schultheater: Mord in der Aula

Hückelhoven: Schultheater: Mord in der Aula
Packende Darbietung. Die Gymnasiasten hatten mit viel Probenfleiß Büchners Drama "Woyzeck" einstudiert und ernteten viel Beifall ihrer Mitschüler und Angehörigen. FOTO: Jörg Knappe
Hückelhoven. Literaturkursus des Gymnasiums führte nach monatelangen Proben Georg Büchners "Woyzeck" auf. Von Katrin Schelter

Beifall in der Aula: Der Literaturkursus der Q1 des Hückelhovener Gymnasiums führte das Drama "Woyzeck" von Georg Büchner auf. Das etwa einstündige Bühnenstück wurde nach fast einem Schuljahr arbeitsreicher Vorbereitung von 28 Schülern präsentiert.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Soldat Franz Woyzeck (Mesut Tastekin/Maik Raifschneider), der von seinen Vorgesetzten in der Armee ausgenutzt und vorgeführt wird. Seinen gesamten Lohn lässt er seiner Liebe Marie (Deborah Nadane/Vanessa Gutjahr) zukommen, mit der er ein uneheliches Kind hat. Marie jedoch findet nach und nach Gefallen an dem Tambourmajor (Felix Finken/Niklas Moors), der sie mit Stellung und Geld beeindrucken kann und ihr Geschenke macht. Zuerst bleibt sie standhaft, dann gibt sie allerdings dem Werben des Majors nach und lässt sich auf eine Affäre mit ihm ein, ihre Schuldgefühle versucht sie währenddessen zu verdrängen. Woyzeck, der sich dem Militärarzt (Daniel Buhl) gegen zusätzlichen Lohn als Versuchsobjekt zur Verfügung stellt, um Marie besser versorgen zu können, wird misstrauisch.

Bald beobachtet er Marie und den Tambourmajor zusammen und seine Befürchtungen bestätigen sich. Da er durch die medizinischen Experimente ohnehin psychisch belastet ist, nehmen seine Wut und Eifersucht Überhand, und er beginnt, Stimmen zu hören, die ihm den Mord an Marie befehlen. Sein Freund Andres (Florian Forg/Lukas Otten) erkennt die Zeichen des Wahnsinns jedoch nicht und verpasst die Gelegenheit, ihn aufzuhalten. Letztendlich nimmt Woyzeck Marie mit auf einen Spaziergang und ersticht sie in der Nähe eines Sees. Die Schüler gaben sich viel Mühe, das tragische Stück für die Zuschauer ansprechend zu gestalten.

Die Requisiten gehörten den Familien der jungen Schauspieler oder wurden eigens für die Aufführungen angefertigt, sie suchten gemeinsam passende Musik zur Untermalung des Bühnengeschehens aus und auch der Text saß relativ sicher. Sie scheuten sich ebenfalls nicht, die Gesangsparts von Büchners Stück zu übernehmen, hier beeindruckte vor allem Deborah Nadane. Um allen die Gelegenheit zu geben, sich möglichst breitgefächert in das Projekt einzubringen, wurden einige Rollen für die beiden Aufführungen doppelt besetzt. Angelika Claßen, die den Kursus von einem Kollegen übernahm und leitete, hatte für ihre Schüler viel Lob übrig: "Sie haben sehr gut zusammengearbeitet und waren dabei nicht nur selbstständig, sondern auch sehr kreativ." Auch während der Generalprobe hätten sich ihre theaterbegeisterten Schützlinge äußerst einsatzbereit gezeigt. Für diesen Einsatz wurde der Literaturkursus im Anschluss mit viel Applaus belohnt.

Quelle: RP
 
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