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Hückelhoven
Schweigeminute für Atombomben-Opfer

Hückelhoven: Schweigeminute für Atombomben-Opfer
Heinz-Peter Vetten verlas einen mahnenden und anklagenden Text am Hückelhovener Friedenspfahl. Der trug am Donnerstag Trauerflor. FOTO: JÜRGEN LAASER
Hückelhoven. Pax Christi am Friedenspfahl: Hunderttausende "umgebracht für nichts und wieder nichts".

Der 6. und der 9. August 1945: Amerikaner werfen Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki ab. Rund 92 000 Opfer sterben sofort, weitere 130 000 bis zum Ende des Jahres 1945. Um die Erinnerung wachzuhalten an das brutale Vorgehen vor 70 Jahren, das zum Symbol für den Schrecken des Krieges und einen möglichen Atomkrieg in Zeiten des Kalten Krieges wurde, versammelten sich Mitglieder der Pax-Christi-Gruppe gestern am Friedenspfahl zwischen Gymnasium und Aula-Komplex.

Hans-Peter Knubben als Sprecher der Gruppe erinnerte an den ersten öffentlichen Auftritt im Jahr 1985, als man vor dem Hückelhovener Rathaus aus Papier mehrere hundert Friedenstauben faltete und Passanten aufforderte, sich an der Friedensaktion zu beteiligen. Damals habe man eine in Hilfarth wohnende Japanerin eingebunden in die Veranstaltung. "Viele Leute blieben stehen", berichtete Knubben.

Hans-Georg Lippert befestigte jetzt einen schwarzen Trauerflor am Friedenspfahl, ehe die Pax-Christi-Gruppe bei einer Schweigeminute der zahlreichen Opfer des Atombombenabwurfs gedachte, mit dem Japan zur Kapitulation gezwungen werden sollte - der erste und bislang einzige Einsatz von Atombomben während eines Krieges.

Im Zuge der deutsch-deutschen Wiedervereinigung habe Deutschland bei den Zwei-Plus-Vier-Gesprächen zugesichert, "dass sämtliche Atomwaffen aus deutschem Gebiet verschwinden sollten", machte Heinz-Peter Vetten in einer Ansprache zum Gedenken deutlich. Und er fuhr fort: "Hiroshima und Nagasaki haben somit auch ganz viel mit Deutschland zu tun, auch weil Hitler schließlich den Zweiten Weltkrieg losgetreten hat, an dessen Ende die Atombomben standen".

Hunderttausende seien "umgebracht worden für nichts und wieder nichts". Die deutsche Zivilbevölkerung wolle die Atombombenlagerung nicht, stellte Vetten deutlich heraus.

(DG)
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