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Hückelhoven/Erkelenz
Senioren sind interessierte Gäste der Ditib-Moschee

Hückelhoven/Erkelenz: Senioren sind interessierte Gäste der Ditib-Moschee
Beeindruckt von den Erläuterungen in der Moschee zeigten sich Bewohner des Erkelenzer Johanniter-Stifts bei ihrem Besuch. FOTO: ewl
Hückelhoven/Erkelenz. Bewohner des Johanniter-Stifts Erkelenz beim Informationsbesuch in der Ditib-Gemeinde Hückelhoven.

"Ich war noch nie in einem Gebetsraum einer Moschee. Es ist schön, dass wir das erleben dürfen." Bewohnerin Sibylle Schaffrath fasst in Worten das zusammen, was alle beim Besuch des Johanniter-Stifts Erkelenz in der Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde Ditib an der Hilfarther Straße in Hückelhoven empfinden. Erstmals macht das Johanniter-Stift Erkelenz einen Ausflug zu Ditib.

Die Idee hatte Bewohnerin Christel Katz. "Wir haben das aufgegriffen und die für uns nächstgelegene Ditib-Gemeinde mit ihrer Moschee in Hückelhoven angesprochen", erzählt Melanie Gebhardt, Leitung Sozialer Dienst. Der Kontakt sei schnell hergestellt worden.

Freundlich werden die Bewohner beim Besuch empfangen. Doch es gilt, ein Hindernis zu überwinden. Da die Moschee nur über Treppen zu erreichen ist, es aber keine Rampe für Rollstühle gibt, muss improvisiert werden. Schnell finden sich einige Männer der Gemeinde und tragen die Rollstühle samt Rollstuhlfahrer die Treppen hoch. Melanie Gebhardt ist begeistert über so viel Einsatz und Spontaneität. Da der Gebetsraum nicht mit Schuhen betreten werden darf, werden diese ausgezogen. Die Reifen der Rollstühle werden einfach schnell abgewaschen. Schließlich sind alle Bewohner samt ihrer Begleiter im Gebetsraum.

Adem Onur von der Gemeinde begrüßt sie und erklärt, dass die Ditib in Deutschland über 900 Moscheengemeinden verfügt und damit die größte muslimische Religionsgemeinschaft hierzulande ist. Die Ditib-Gemeinde Hückelhoven hat zirka 400 Mitglieder. Die Führung übernimmt Adem Sönmez, ehrenamtlicher Dialog-Beauftragter der Gemeinde. Zur Moschee erklärt er, dass das Gebäude vorher ein Möbellager war. "Vor 15 Jahren haben wir es in handwerklicher und finanzieller Eigenleistung zu einer Moschee umgebaut", erzählt er.

Bevor ein Moslem die Moschee betritt, ist eine rituelle Waschung nötig. Die Besucher erfahren, dass der Gebetssaal auch für andere Aktivitäten wie Schulungen und Seminare genutzt wird. Sönmez erklärt, dass mit dem Bau einer Moschee die Moslems ihrer religiösen Verpflichtung nachkommen. "In der Gemeinschaft zu beten, ist 27-fach verdienstvoller, als allein zu beten", sagt er. Er spricht von den Gebeten mit freiwilligen Teilen und Pflichtteilen sowie den Festtagsgebeten zu Ramadan und zum Opferfest. Sönmez erläutert, dass es in der Moschee keine Statuen und Abbilder von Lebewesen gibt, da sich Moslems kein Bild von Gott machen sollen. Moscheen werden mit Kalligraphie und Ornamentik geschmückt. Sönmez zeigt den Bewohnern die Gebetsnische für den Religionsbeauftragten (Imam), die Predigtkanzel, die bei Gottesdiensten an Freitagen und den Festtagen genutzt wird, und den Lehrstuhl auf der linken Seite, von wo der Imam eine Rede/Predigt hält, die nicht Teil des Gottesdienstes ist. Schließlich verweist er auf eine Galerie im hinteren Teil, von wo aus zum Gebet aufgerufen wird, und auf eine Uhr, die die Gebetszeiten anzeigt. Abschließend erläutert er die Glaubensgrundsätze im Islam.

"Vieles ist ähnlich dem christlichen Glauben", stellen einige Bewohner fest. Alle Besucher finden, dass sich der Besuch bei der Ditib-Gemeinde gelohnt hat.

(ewl)
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