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Hückelhoven
Senioren und Kinder für mehr Sicherheit

Hückelhoven: Senioren und Kinder für mehr Sicherheit
Jung und Alt sollen gemeinsam "den Straßenverkehr erleben". Die Älteren geben den Kindern als Verkehrsbegleiter Sicherheit, die Kinder geben den Senioren das Gefühl, eine sinnvolle Aufgabe zu erledigen und gebraucht zu werden. FOTO: LAASER
Hückelhoven. Verkehrssicherheitsberater der Polizei haben Senioren aus dem Brachelener Altenheim zu Verkehrshelfern ausgebildet. Gemeinsames Training mit Kindern - zu Fuß und auf dem Rad - soll für beide Seiten die Sicherheit im Verkehr erhöhen. Von Gabi Laue

Hohe Polizeipräsenz in Brachelen, radelnde Kinder auf dem Schulhof, Jungen und Mädchen an der Hand älterer Leute beim Queren von Straßen - das war der Auftakt der Verkehrserziehungs-Aktion "Alt hilft Jung und Jung hilft Alt". Kinder aus der St. Martin Grundschule, dem kath. Kindergarten und der Kita "Kindervilla" Brachelen mit ihren Eltern sowie Seniorinnen und Senioren aus Haus Berg begrüßten zum Start des Gemeinschaftsprojekts der Leiter der Führungsstelle Verkehr, Josef Neiß, und Verkehrssicherheitsberater Jörg Zimmermann-Ramöller.

"Bisher hat die Polizei Senioren-Seminare veranstaltet und ist in Kindergärten gegangen", erklärte Josef Neiß. Dann kam die Idee, beides zu verbinden, so könnten Jung und Alt voneinander lernen. Senioren wurden zu Verkehrshelfern ausgebildet. "Wir haben in gemeinsamen Terminen sechs Senioren vermittelt, dass sie den Kindern dasselbe erzählen wie die Verkehrsberater der Polizei", berichtete Jörg Zimmermann-Ramöller, der seit 25 Jahren als Fahrlehrer aktiv ist. Die Senioren lernen, dass kleine Kinder noch nicht rechts und links unterscheiden können, sie geben den Leitspruch wieder: "Am Stoppstein da ist Halt, damit es da nicht knallt."

Das Radfahren im Kreis schult die motorischen Fähigkeiten und Balance, damit die Kinder auch mal einen Arm zur Richtungsangabe vom Lenker nehmen können. Bernd Bogert, Geschäftsführer der St. Gereon Seniorendienste, sprach beim Projektauftakt von einer logischen Fortsetzung der schon bestehenden Kooperation zwischen Haus Berg und den Kindergärten: "Hier sieht man, dass Ältere nicht nur Hilfeempfänger sind, sondern auch Hilfe geben können." Die Auszubildenden von Haus Berg unterstützen das Projekt, indem sie den Bewohnern zur Seite stehen. "Mit Blick auf das Quartiersdenken freuen wir uns sehr darüber, dass die Grundschule an dem Projekt beteiligt ist", unterstrich Ausbildungskoordinatorin Denise Schnitzler.

Herold Leipold wohnt im Servicehaus von St. Gereon. Er führte früher eine Fahrradvermietung und beteiligt sich jetzt an der Fahrradwerkstatt auf dem Schulhof. Mehrere Senioren beraten die Kinder beim Fahrrad-TÜV: Die Kleinen lernen 20 Einzelteile des Fahrrads näher kennen, die Senioren prüfen Bremse, Licht und Klingel, füllen Luft auf, stellen Lenkergriffe ein. Die Idee hatte Hermann Busch, dessen Sohn die Grundschule besucht, bei einem Elternabend vorgetragen. Jedes Jahr vor der Fahrradprüfung werden Räder gecheckt. "Wir hoffen auf eine Initialzündung, die Unterstützung bei der Aufgabe bringt", so Busch.

Bürgermeister Bernd Jansen kündigte an, den als Verkehrsplatz mit Fahr- und Abbiegespuren gestalteten Schulhof mit Verkehrsschildern auszubauen. Eine Nachschulung sei auch für Flüchtlinge angesagt, "nachdem wir die ersten beiden mit dem Rad auf der Autobahn hatten".

Quelle: RP
 
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